Wenn die Insolvenz droht – wichtige Schritte für Unternehmen

Eine Insolvenz ist für Unternehmen und Geschäftsführer eine mehr als unangenehme Situation. Oftmals kündigt sich die Zahlungsunfähigkeit über eine längere Zeit an. Unternehmen, die schnell und richtig reagieren, haben durchaus Chancen, gesund aus einem Insolvenzverfahren herauszukommen. Wie das gelingt, beleuchtet der folgende Beitrag.

Wenn die Insolvenz droht – wichtige Schritte für Unternehmen

Insolvenzantragspflicht – darum dürfen Unternehmen nicht zögern

In Deutschland besteht eine Insolvenzantragspflicht. Aus diesem Grund stehen Geschäftsführer in der Pflicht, rechtzeitig einen Antrag auf Insolvenz einzureichen. Ansonsten droht eine Insolvenzverschleppung, die empfindliche Strafen für die Verantwortlichen haben kann. Nach § 15 der Insolvenzverordnung sind hier Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren möglich. Außerdem gilt es, die Änderungen bei der Insolvenzantragspflicht ab Anfang 2024 zu berücksichtigen. Die Sonderregel für die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht ist wieder aufgehoben.

Eine verschleppte Insolvenz kann auch zu einem Berufsverbot führen. Das ist nicht nur für eine geplante Umstrukturierung und Fortsetzung der Beschäftigung unter einer neuen Gesellschaftsform schädlich, sondern kann im schlimmsten Fall die gesamte zukünftige Tätigkeit in der Branche verhindern.

Mit der öffentlichen Bekanntmachung der Insolvenz eines Unternehmens beginnt der eigentliche Prozess. Eine Insolvenz droht dann, wenn sich abzeichnet, dass ein Unternehmen die offenen Forderungen von Gläubigern und Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen kann. Der Antrag auf ein Insolvenzverfahren ist beim zuständigen Amtsgericht einzureichen. Auf diesem Weg erfolgt dann die öffentliche Bekanntgabe durch das Gericht, unter anderem auf einer zentralen Webseite.

Fachlicher Rat ist während eines Insolvenzverfahrens Pflicht

Die eigentliche Insolvenz ist ein langwieriger und klar geregelter Prozess. Außerdem haben Unternehmen hier mehrere Optionen. So ist eine Insolvenz in Eigenverwaltung möglich, wenn rechtzeitig reagiert wird. Sinnvoll ist es, sich frühzeitig Hilfe bei einem Anwalt für Insolvenzrecht zu suchen.

Ein Anwalt für Insolvenzrecht ist in solchen Situationen aus vielen Gründen hilfreich und wichtig. So gibt es Besonderheiten bei der Berechnung der Umsatzsteuer in der Insolvenz zu berücksichtigen. Gerade wer ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchführt und die Restrukturierung von Unternehmen anpeilt, ist gut beraten, alle gesetzlichen Rahmenbedingungen einzuhalten.

Ebenfalls kompliziert wird ein solches Insolvenzverfahren, wenn die Abberufung der Geschäftsführer und Umstrukturierungsmaßnahmen anstehen. Nicht immer laufen solche Prozesse gütlich ab. Dann ist es wichtig für das Unternehmen, wenn für das Insolvenzrecht ein Anwalt zur Verfügung steht und diese Abläufe in die Hand nimmt. Damit lassen sich etwaige Ansprüche und Streitigkeiten sowie Verfahrensfehler vermeiden. Hinzu kommt die komplizierte Insolvenz-Zuständigkeiten bei EU-Gesellschaften. Immer mehr Unternehmen besitzen besondere Gesellschaftsformen wie die Ltd. Ein Anwalt für das Insolvenzrecht mit Spezialisierung auf internationales Recht ist dann der richtige Ansprechpartner.

Was kommt nach der Insolvenz?

Nach dem Ablauf eines Insolvenzverfahrens ist das Unternehmen zwar abgewickelt, jedoch muss dies nicht das Ende der Geschäftstätigkeit bedeuten. Die Neugründung nach einer Insolvenz ist ein Weg, den viele Betriebe gehen. Eine erfolgreiche Unternehmenssanierung setzt jedoch voraus, dass dieselben Fehler nicht mehr wiederholt werden.

Auch bei einer solchen Sanierung des Unternehmens ist aus diesem Grund ein Fachanwalt für Insolvenzrecht hilfreich. Dieser begleitet das alte Unternehmen nicht nur durch den Prozess der Insolvenz, sondern plant auch die Restrukturierung des Betriebs. Gleiches gilt, wenn für den Unternehmensverkauf eine Beratung erforderlich ist. Dazu zählt auch bei einer Unternehmensnachfolge die Beratung. Die Begleitung durch einen fachlich kompetenten Anwalt legt dann den Grundstein für ein neues Unternehmen mit besseren Erfolgsaussichten.

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