Wild­schwei­ne und die Abschuss­pflicht

Jagd­be­rech­tig­te kön­nen zum Abschuss von Wild­schwei­nen ver­pflich­tet wer­den, um Aus­brei­tung der Schwei­ne­pest zu ver­hin­dern. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen in einem Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Recht­schut­zes einem Land­kreis Recht gege­ben, der nach Aus­bruch der Schwei­ne­pest im Kreis­ge­biet gegen­über dem Jagd­be­rech­tig­ten ange­ord­net hat­te, dass in sei­nem Revier in der Zeit vom 1. April bis 31. Juli 2007 monat­lich 10 Wild­schwei­ne zu erle­gen sei­en, wobei ver­en­de­te oder ander­wei­tig getö­te­te Tie­re auf die­se Zahl ange­rech­net wer­den.

Wild­schwei­ne und die Abschuss­pflicht

Hier­ge­gen hat­te sich der Antrag­stel­ler im Wesent­li­chen damit gewandt, dass die­se Abschuss­zah­len in sei­nem Jagd­ge­biet nicht zu rea­li­sie­ren sei­en. Dies auch des­halb, weil er nicht über die zum Abschuss not­wen­di­gen Hoch­sit­ze ver­fü­ge. Die Kam­mer wies den Antrag ab. Es sei zunächst grund­sätz­lich recht­lich nicht zu bean­stan­den, den Antrags­stel­ler als Jagd­aus­übungs­be­rech­tig­ten des streit­be­fan­ge­nen Gebie­tes zu ver­pflich­ten, dort den Früh­jahrs­be­stand an Wild­schwei­nen um 10 Tie­re je Monat zu redu­zie­ren, um einem seu­chen­mä­ßig unbe­denk­li­chen Bestand von 2 Sau­en pro 100 ha Wald­ge­biet näher zu kom­men und damit ein wei­te­res Ver­brei­ten der im Kreis Eus­kir­chen aus­ge­bro­che­nen klas­si­schen Schwei­ne­pest zu ver­hin­dern. Dar­über hin­aus die­ne die Maß­nah­me auch einem umfas­sen­den Moni­to­ring zwecks wirk­sa­mer Bekämp­fung der Schwei­ne­pest, die inner­halb des hier inter­es­sie­ren­den Gebie­tes in den letz­ten 6 Jah­ren drei­mal aus­ge­bro­chen sei. Den Beden­ken des Antrag­stel­lers, die ent­spre­chen­de Anzahl von Tie­ren nicht erle­gen zu kön­nen, habe der Antrags­geg­ner dadurch Rech­nung getra­gen, dass die Jagungs­me­tho­de nicht vor­ge­schrie­ben wer­de und auf die Zahl der monat­lich zu erle­gen­den Tie­re könn­ten auch ver­un­fall­te oder sonst ver­en­de­te Tie­re ange­rech­net wer­den. Auch könn­ten Fal­len zum Fan­gen und Erle­gen ins­be­son­de­re von Frisch­lin­gen zum Ein­satz gebracht wer­den. Auch gebe es mobi­le Hoch­sit­ze. In die Erwä­gun­gen ein­zu­stel­len sei schließ­lich auch die Höhe der durch die Schwei­ne­pest ver­ur­sach­ten Schä­den

Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen, Beschluss vom 24. April 2007 – 7 L 131/​07