Zuwei­sun­gen aus dem Gesundheitsfonds

Die Zuwei­sun­gen aus dem Gesund­heits­fonds für die Jah­re 2009 bis 2012 sind nach einer Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts rechtmäßig.

Zuwei­sun­gen aus dem Gesundheitsfonds

Kran­ken­kas­sen erhal­ten seit 2009 aus dem vor allem mit Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen finan­zier­ten Gesund­heits­fonds Zuwei­sun­gen, um ihre Aus­ga­ben zu decken. Der Umfang die­ses „Risi­ko­struk­tur­aus­gleichs“ betrug im Jahr 2010 mehr als 170 Mrd. €. Die Zuwei­sun­gen berück­sich­ti­gen nach nähe­rer Bestim­mung der § 266 ff. SGB V alters‑, geschlechts- und risi­ko­be­zo­ge­ne Unter­schie­de in der Ver­si­cher­ten­struk­tur, um Chan­cen­gleich­heit bei der Gewin­nung Ver­si­cher­ter zu gewähr­leis­ten und Anrei­zen zu einer Risi­ko­se­lek­ti­on entgegenzuwirken.

Die dage­gen kla­gen­den Kran­ken­kas­sen – die Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se, die AOK Bay­ern, Nordorst und Rhein­land-Pfal­z/Saar­land, die Bosch BKK, die Bahn-BKK und die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Knapp­schaft-Bahn-See – sind jetzt in zehn Revi­si­ons­ver­fah­ren vor dem Bun­des­so­zi­al­ge­richt letzt­in­stanz­lich ohne Erfolg geblieben.

Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in einem der zehn Ver­fah­ren [1] ent­schie­den, dass das Aus­gleichs­ver­fah­ren ins­ge­samt recht­mä­ßig ist. Ins­be­son­de­re ist die Rechts- und Daten­ba­sis für das Jahr 2009 hinreichend.

In drei wei­te­ren Fäl­len [2] haben die kla­gen­den Kran­ken­kas­sen nach der Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts kei­nen Anspruch auf höhe­re soge­nann­te „Kon­ver­genz­zu­wei­sun­gen“ für die Jah­re 2009 und 2010. Die zusätz­li­chen Mit­tel sol­len bei Kran­ken­kas­sen über­gangs­wei­se nach Ein­füh­rung des Gesund­heits­fonds Belas­tungs­sprün­ge in Bun­des­län­dern mit über­durch­schnitt­li­chen Aus­ga­ben­ni­veaus ver­mei­den. Zur Beur­tei­lung der finan­zi­el­len Belas­tung sind die Ein­nah­men auf Grund der am 30.06.2008 gel­ten­den Bei­trags­sät­ze fort­zu­schrei­ben und den Zuwei­sun­gen im Aus­gleichs­jahr gegen­über­zu­stel­len. Die Auf­fas­sung der kla­gen­den Kran­ken­kas­sen, dass bei der Bestim­mung der Zuwei­sun­gen die Mor­bi­di­täts­in­for­ma­tio­nen der Ver­si­cher­ten des jewei­li­gen Lan­des zu berück­sich­ti­gen sei­en, ist nach Ansicht des Bun­des­so­zi­al­ge­richts unzutreffend.

In den übri­gen vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen Fäl­len [3] haben die kla­gen­den Kran­ken­kas­sen nach der Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts kei­nen Anspruch auf höhe­re Zuwei­sun­gen aus dem Gesund­heits­fonds für die Jah­re 2009 bis 2012. Das Bun­des­ver­si­che­rungs­amt durf­te hier­für die Aus­ga­ben für unter­jäh­rig ver­stor­be­ne Ver­si­cher­te unter Berück­sich­ti­gung eines Kor­rek­tur­fak­tors ohne Hoch­rech­nung auf das Gesamt­jahr zugrun­de legen. 

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urtei­le vom 20. Mai 2014 – B 1 KR 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 10 – 11 – 16 – 18/​14 R

  1. BSG – B 1 KR 5/​14 R[]
  2. BSG – B 1 KR 3/​14 R, B 1 KR 4/​14 R und B 1 KR 2/​14 R[]
  3. BSG – B 1 KR 7/​14 R, B 1 KR 10/​14 R, B 1 KR 18/​14 R, B 1 KR 6/​14 R, B 1 KR 16/​14 R und B 1 KR 11/​14 R[]