Begrün­de­ter Ver­dacht – dür­fen Arbeit­ge­ber einen Detek­tiv ein­set­zen?

Sofern in einem Unter­neh­men der Ver­dacht einer Straf­tat oder einer arbeits­recht­li­chen Ver­feh­lung durch einen oder meh­re­re Mit­ar­bei­ter besteht, hat ein Arbeit­ge­ber das Recht, Pri­vat­de­tek­ti­ve ein­zu­schal­ten. Dazu müs­sen jedoch kon­kre­te Ver­dachts­mo­men­ten vor­lie­gen, deren Schwe­re eine Beschat­tung recht­fer­ti­gen. Außer­dem darf der Arbeit­ge­ber sei­nem Ver­dacht nur in Maßen nach­ge­hen, ohne dabei die Pri­vat­sphä­re sei­nes Mit­ar­bei­ters unver­hält­nis­mä­ßig zu ver­let­zen.

Begrün­de­ter Ver­dacht – dür­fen Arbeit­ge­ber einen Detek­tiv ein­set­zen?

Begründeter Verdacht – dürfen Arbeitgeber einen Detektiv einsetzen?
Die Recht­spre­chung macht hier jedoch kla­re Vor­ga­ben, wie weit die Beschat­tung rei­chen darf und wann das Ein­schal­ten von Detek­ti­ven gerecht­fer­tigt ist. So ent­schied das Lan­des­ar­beits­ge­richt Erfurt jüngst in einem Fall, in dem ein Logis­tik­mit­ar­bei­ter durch sei­nen Arbeit­ge­ber beschat­tet wur­de, dass es sich um einen schwer­wie­gen­den Ein­griff in des­sen Per­sön­lich­keits­recht han­delt. Die Detek­ti­ve hat­ten den Mit­ar­bei­ter in die­sem Fall auf­grund eines vagen Ver­dach­tes des Arbeit­ge­bers in sei­nen eige­nen vier Wän­den obser­viert und Fotos geschos­sen, was laut Gericht einen unzu­läs­si­gen Ein­griff in die Pri­vat­sphä­re dar­stell­te und zur Auf­klä­rung des Ver­dach­tes deut­lich zu weit zu gehen schien.

Pro­fis wis­sen, was erlaubt ist

In der Regel sind sich die Mit­ar­bei­ter einer seriö­sen Detek­tei dar­über bewusst, wo die recht­li­chen Gren­zen einer Beschat­tung durch Arbeit­ge­ber lie­gen. Stef­fen Ran­del, Geschäfts­füh­rer der DSD Detek­tiv Sys­tem Detek­tei GmbH, äußert sich in die­sem Zusam­men­hang wie folgt: „Grund­sätz­lich ist die Inan­spruch­nah­me detek­ti­vi­scher Dienst­leis­tun­gen von Sei­ten des Arbeit­ge­bers zuläs­sig, wenn die recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen hier­für erfüllt sind.“ Dabei han­de­le es sich zum Bei­spiel um Pflicht­ver­let­zun­gen im Innen- und/​oder Außen­dienst oder Straf­ta­ten im Unter­neh­men, so Ran­del.

Wei­ter­hin legt Ran­del Wert dar­auf klar­zu­stel­len, dass gewis­sen­haft arbei­ten­de Detek­tei­en die Gren­zen ihrer Zustän­dig­keit nicht über­schrei­ten: „Seri­ös arbei­ten­de Detek­tei­en bespit­zeln nicht, son­dern klä­ren im Rah­men recht­li­cher Gren­zen Sach­ver­hal­te hoch­ver­ant­wor­tungs­voll auf.[…] Die Scha­dens­ab­wen­dung für den Arbeit­ge­ber muss den schwer­wie­gen­den Ein­griff in das Per­sön­lich­keits­recht inso­fern recht­fer­ti­gen, dass er über­wiegt.“

Er hat auch einen Tipp für alle Arbeit­ge­ber, für die eine Zusam­men­ar­beit mit einer Detek­tei in Fra­ge kommt: „Wir emp­feh­len außer­dem, dass sämt­li­che Pha­sen der detek­ti­vi­schen Beweis­erhe­bung von den Juris­ten der Rechts­ab­tei­lung bzw. vom Ver­trags­rechts­an­walt des Unter­neh­mens in Bezug auf Rechts­kon­for­mi­tät kon­trol­liert und beauf­sich­tigt wer­den.“