Der vor­zei­tig aus­ge­schie­de­ne Arbeit­neh­mer – und die Berech­nung der vor­zei­tig in Anspruch genom­me­nen Betriebs­ren­te

Nach den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen des Betriebs­ren­ten­rechts ist zur Berech­nung der vor­ge­zo­gen in Anspruch genom­me­nen Betriebs­ren­te eines vor­zei­tig aus dem Arbeits­ver­hält­nis aus­ge­schie­de­nen Arbeit­neh­mers zunächst in ent­spre­chen­der Anwen­dung von § 2 Abs. 1 BetrAVG die fik­ti­ve Voll­ren­te unter Berück­sich­ti­gung von Ver­än­de­rungs­sper­re und Fest­schrei­be­ef­fekt (§ 2 Abs. 5 BetrAVG) zu ermit­teln. Dies ist nicht die im Zeit­punkt der vor­ge­zo­ge­nen Inan­spruch­nah­me tat­säch­lich erreich­te oder erreich­ba­re Alters­ver­sor­gung, son­dern die fik­ti­ve, auf die fes­te Alters­gren­ze hoch­ge­rech­ne­te Ver­sor­gungs­leis­tung.

Der vor­zei­tig aus­ge­schie­de­ne Arbeit­neh­mer – und die Berech­nung der vor­zei­tig in Anspruch genom­me­nen Betriebs­ren­te

Die so ermit­tel­te fik­ti­ve Voll­ren­te ist sodann zeitra­tier­lich ent­spre­chend § 2 Abs. 1 BetrAVG im Ver­hält­nis der tat­säch­li­chen Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit zu der mög­li­chen Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit bis zur fes­ten Alters­gren­ze zu kür­zen.

Der so errech­ne­te Betrag ist die Ver­sor­gungs­leis­tung, die dem vor Ein­tritt des Ver­sor­gungs­falls aus­ge­schie­de­nen Arbeit­neh­mer bei Inan­spruch­nah­me der Leis­tung ab der fes­ten Alters­gren­ze zustün­de. Wegen der vor­ge­zo­ge­nen Inan­spruch­nah­me der Ver­sor­gungs­leis­tung ist von die­sem Betrag ein ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­scher Abschlag vor­zu­neh­men, wenn die Ver­sor­gungs­ord­nung dies vor­sieht 1.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 30. Sep­tem­ber 2014 – 3 AZR 998/​12

  1. vgl. etwa BAG 25.06.2013 – 3 AZR 219/​11, Rn. 27, BAGE 145, 314; 19.06.2012 – 3 AZR 289/​10, Rn. 26; 15.11.2011 – 3 AZR 778/​09, Rn. 33 ff.[]
  2. st. Rspr., vgl. dazu aus­führ­lich BAG 23.01.2001 – 3 AZR 164/​00, zu II 2 b der Grün­de[]