Die Fol­gen des EuGH-Urteils zur Arbeits­zeit­er­fas­sung

Lan­ge Zeit war die Ver­trau­ens­ar­beits­zeit das Mit­tel der Wahl, wenn es um ein fle­xi­bles Ver­hält­nis zwi­schen Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber ging. Zwar bedeu­tet die Ver­trau­ens­ar­beits­zeit streng genom­men nur, dass es kei­ne fes­ten Arbeits­zei­ten gibt. Oft ging sie aber damit ein­her, dass auf eine Doku­men­ta­ti­on der Arbeits­zei­ten nahe­zu voll­stän­dig ver­zich­tet wur­de. Solan­ge die anfal­len­de Arbeit durch den Arbeit­neh­mer erle­digt wur­de, war dies auch für den Arbeit­ge­ber eine char­man­te Lösung. Aller­dings hat das EuGH-Urteil die­ser Pra­xis einen Rie­gel vor­ge­scho­ben. Denn seit dem Urteil sind Arbeit­ge­ber ver­pflich­tet, die Arbeits­zei­ten ihrer Ange­stell­ten akri­bisch zu doku­men­tie­ren.

Die Fol­gen des EuGH-Urteils zur Arbeits­zeit­er­fas­sung

Der Hin­ter­grund des Urteils

Das Urteil des EuGH wur­de damit begrün­det, dass die Arbeit­neh­mer nur dann wirk­sam geschützt wer­den kön­nen, wenn die Arbeits­zei­ten durch den Arbeit­ge­ber im Detail doku­men­tiert wer­den. Denn die Höchst­ar­beits­zeit von 48 Stun­den in der Woche kann ledig­lich dann ein­ge­hal­ten wer­den, wenn die Arbeits­zei­ten über­haupt doku­men­tiert sind. Dar­über hin­aus kön­nen Ansprü­che wie der Frei­zeit­aus­gleich oder die Aus­zah­lung nur gel­tend gemacht wer­den, wenn es eine Auf­stel­lung über die geleis­te­te Arbeits­zeit gibt. Mit dem Urteil sol­len also vor allem Arbeit­neh­mer geschützt wer­den, da sie in Zukunft die Mög­lich­keit haben, ihre Arbeits­zei­ten im Detail nach­zu­voll­zie­hen. Gera­de im Außen­dienst und im Home­of­fice kommt es häu­fig vor, dass viel zu viel gear­bei­tet wird. Dar­über hin­aus wer­den gera­de im Home­of­fice am Abend noch E‑Mails gecheckt oder Anfra­gen von Kun­den beant­wor­tet. Das führt dann lei­der dazu, dass die 11 Stun­den Ruhe­zeit zwi­schen den Schich­ten nicht mehr ein­ge­hal­ten wer­den. Der Arbeit­neh­mer hat also gar kei­ne zusam­men­hän­gen­de Ruhe­zeit mehr. Doch das soll sich nach dem EuGH-Urteil ändern.

Die Fol­gen für die Arbeit­ge­ber

Arbeit­ge­ber sind nun ange­hal­ten sehr schnell Sys­te­me ein­zu­füh­ren, mit denen die Arbeits­zei­ten der Mit­ar­bei­ter detail­liert erfasst wer­den kön­nen. Dies kann bei­spiels­wei­se mit der Zeit­er­fas­sungs­soft­ware edti­me gesche­hen. Die­se wird von Euro­da­ta zur Ver­fü­gung gestellt und ist der per­fek­te Hel­fer, wenn es um die Erfas­sung von Arbeits­zei­ten geht. Sie ist kin­der­leicht zu benut­zen. Arbeit­neh­mer kön­nen ihre Arbeits­zeit bei­spiels­wei­se mit der App für das Smart­pho­ne oder das Tablet erfas­sen. Die Fans der tra­di­tio­nel­len Metho­de kön­nen ihre Arbeits­zeit auch hän­disch notie­ren und über die Hand­zeit-Funk­ti­on ein­tra­gen.
Pau­sen kön­nen mit nur einem Klick in der App begon­nen und been­det wer­den. Aller­dings erfasst edti­me nicht nur die Arbeits­zeit, son­dern bie­tet auch Funk­tio­nen zur Aus­wer­tung an. Wenn eine gesetz­li­che Vor­ga­be über­tre­ten wird, erfolgt ein auto­ma­ti­scher Hin­weis. Dies ist bei­spiels­wei­se dann der Fall, wenn die täg­li­che oder die wöchent­li­che Arbeits­zeit über­schrit­ten wird.

Die Arbeit­ge­ber pro­fi­tie­ren davon eben­falls, denn sol­che Ver­stö­ße wer­den dadurch in Zukunft effek­tiv ver­mie­den.

Die Vor­tei­le für Arbeit­ge­ber

Das Urteil hat­te vor allem das Ziel, die Posi­ti­on der Arbeit­neh­mer zu stär­ken. Doch auch Arbeit­ge­ber kön­nen von der Recht­spre­chung des EuGH pro­fi­tie­ren. Zwar sind die ent­spre­chen­den Maß­nah­men zur Zeit­er­fas­sung mit gewis­sen Kos­ten ver­bun­den. Doch nun haben sie die Gewiss­heit, wie vie­le Stun­den tat­säch­lich geleis­tet wer­den. Die­se Infor­ma­tio­nen kön­nen genutzt wer­den, um Pro­zes­se in Zukunft zu opti­mie­ren und Tätig­keits­fel­der noch bes­ser zuzu­schnei­den. Dar­über hin­aus kön­nen die­se Auf­zeich­nun­gen in juris­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen sogar zu einem Vor­teil wer­den, da man nun nicht län­ger auf die Schil­de­run­gen des Ange­stell­ten und von ande­ren Zeu­gen ange­wie­sen ist. Das EuGH-Urteil ver­ur­sacht also erst ein­mal für ein biss­chen Auf­wand. In den meis­ten Fir­men sind die Fol­gen aber nicht so gra­vie­rend, wie zunächst ange­nom­men wur­de.