Gesetz­li­cher Min­dest­lohn – und sei­ne monat­li­che Erfül­lung

Der Arbeit­ge­ber hat den Anspruch auf den gesetz­li­chen Min­dest­lohn erfüllt, wenn die für einen Kalen­der­mo­nat gezahl­te Brut­to­ver­gü­tung den Betrag erreicht, der sich aus der Mul­ti­pli­ka­ti­on der Anzahl der in die­sem Monat tat­säch­lich geleis­te­ten Arbeits­stun­den mit 8, 50 Euro ergibt 1.

Gesetz­li­cher Min­dest­lohn – und sei­ne monat­li­che Erfül­lung

Erfül­lung iSv. § 362 Abs. 1 BGB tritt beim Anspruch auf den gesetz­li­chen Min­dest­lohn – wie in jedem Schuld­ver­hält­nis – ein, wenn die geschul­de­te Leis­tung bewirkt wird. Die­se Leis­tung liegt in der Zah­lung des Brut­to­ar­beits­ent­gelts, denn der gesetz­li­che Min­dest­lohn ist das als Gegen­leis­tung für die Arbeit (min­des­tens) zu erbrin­gen­de Ent­gelt 2. Aus­ge­hend von dem in § 1 Abs. 1 MiLoG ver­wen­de­ten Begriff des Min­dest­lohns und der in § 1 Abs. 2 Satz 1 MiLoG bestimm­ten Höhe in Form eines Brut­to­be­trags, han­delt es sich um eine Brut­to­ent­gelt­schuld des Arbeit­ge­bers 3.

Der Arbeit­ge­ber schul­det den gesetz­li­chen Min­dest­lohn für jede tat­säch­lich geleis­te­te Arbeits­stun­de. Der Min­dest­lohn ist für alle Stun­den, wäh­rend derer der Arbeit­neh­mer die gemäß § 611 Abs. 1 BGB geschul­de­te Arbeit erbringt, zu zah­len.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 29. Juni 2016 – 5 AZR 716/​15

  1. BAG 25.05.2016 – 5 AZR 135/​16, Rn. 26[]
  2. BAG 25.05.2016 – 5 AZR 135/​16, Rn. 27[]
  3. zur Aus­le­gung vgl. BAG 25.05.2016 – 5 AZR 135/​16, Rn. 28 f.[]