Min­dest­lohn – und der Nacht­zu­schlag

Soweit ein Anspruch auf gesetz­li­chen Min­dest­lohn besteht, ist ein ver­trag­lich ver­ein­bar­ter Nacht­zu­schlag auf der Basis des gesetz­li­chen Min­dest­loh­nes zu berech­nen [1].

Min­dest­lohn – und der Nacht­zu­schlag

as MiLoG ent­hält kei­ne aus­drück­li­che Aus­gleichs­re­ge­lung für Nacht­ar­beit. Ihm sind kei­ne Hin­wei­se zu ent­neh­men, dass Belas­tun­gen durch Nacht­ar­beit still­schwei­gend berück­sich­tigt wor­den sind. Eine Anrech­nung gezahl­ter Nacht­ar­beits­zu­schlä­ge auf den Min­dest­lohn kommt daher nicht in Betracht. Hier­von geht im Grund­satz auch die Arbeit­ge­be­rin aus, die in der Abrech­nung für Janu­ar 2015 bereits einen "NZ Aus­gleich MLohn stfrei" ein­ge­stellt hat.

Die ver­trag­li­che Rege­lung, wonach der Nacht­ar­beits­zu­schlag von 25 % (nur) auf den Stück­lohn zu zah­len ist, steht einem Anspruch des Arbeit­neh­mers nicht ent­ge­gen. Mit Wir­kung zum 01.01.2015 ist das Stun­den­ent­gelt des Arbeit­neh­mers kraft Geset­zes höher als der für Janu­ar 2015 ver­trag­lich zu zah­len­de und in Stun­den­lohn umge­rech­ne­te Stück­lohn. Damit erhöht sich ent­spre­chend die Bemes­sungs­grund­la­ge für den ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Nacht­ar­beits­zu­schlag [2].

Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Urteil vom 27. April 2016 – 13 Sa 848/​15

  1. Anschluss an LAG Ber­lin Bran­den­burg v. 12.01.2016 – 19 Sa 1851/​15[]
  2. zutref­fend LAG Ber­lin-Bran­den­burg vom 12.01.2016 – 19 Sa 1851/​15 144[]