Weih­nachts­geld und eine gegen­läu­fi­ge betrieb­li­che Übung

Hat ein Arbeit­ge­ber einem Arbeit­neh­mer jah­re­lang vor­be­halt­los Weih­nachts­geld gezahlt, wird der Anspruch des Arbeit­neh­mers auf Weih­nachts­geld aus betrieb­li­cher Übung nicht dadurch auf­ge­ho­ben, dass der Arbeit­ge­ber spä­ter bei der Leis­tung des Weih­nachts­gel­des erklärt, die Zah­lung des Weih­nachts­gel­des sei eine frei­wil­li­ge Leis­tung und begrün­de kei­nen Rechts­an­spruch, und der Arbeit­neh­mer der neu­en Hand­ha­bung über einen Zeit­raum von drei Jah­ren hin­weg nicht wider­spricht.

Weih­nachts­geld und eine gegen­läu­fi­ge betrieb­li­che Übung

Erklärt ein Arbeit­ge­ber unmiss­ver­ständ­lich, dass die bis­he­ri­ge betrieb­li­che Übung einer vor­be­halt­lo­sen Weih­nachts­geld­zah­lung been­det wer­den und durch eine Leis­tung ersetzt wer­den soll, auf die in Zukunft kein Rechts­an­spruch mehr besteht, kann nach dem Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur Moder­ni­sie­rung des Schuld­rechts am 1. Janu­ar 2002 nach § 308 Nr. 5 BGB eine drei­ma­li­ge wider­spruchs­lo­se Ent­ge­gen­nah­me der Zah­lung durch den Arbeit­neh­mer nicht mehr den Ver­lust des Anspruchs auf das Weih­nachts­geld bewir­ken [1].

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 18.3.2009, 10 AZR 281/​08

  1. Auf­ga­be der Recht­spre­chung zur gegen­läu­fi­gen betrieb­li­chen Übung, vgl. BAG 4. Mai 1999 – 10 AZR 290/​98BAGE 91, 283; 26. März 1997 – 10 AZR 612/​96 – AP BGB § 242 Betrieb­li­che Übung Nr. 50 = EzA BGB § 242 Betrieb­li­che Übung Nr. 38[]