Der unzu­stän­di­ge Einzelrichter

Ent­schei­det das Beschwer­de­ge­richt in einer vom Gesetz dem Kol­le­gi­um zuge­wie­se­nen Sache (hier: Unter­brin­gungs­sa­che) unbe­fugt durch den Ein­zel­rich­ter, so liegt dar­in eine Ver­let­zung des Ver­fas­sungs­ge­bots des gesetz­li­chen Rich­ters (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG), die als abso­lu­ter Rechts­be­schwer­de­grund zur Auf­he­bung der Ent­schei­dung führt1.

Der unzu­stän­di­ge Einzelrichter

Hat das Land­ge­richt über eine Beschwer­de in einer Unter­brin­gungs­sa­che nach §§ 58 ff. FamFG zu ent­schei­den, ist hier­zu gemäß § 68 Abs. 4 Halb­satz 1 FamFG i.V.m. § 75 GVG die mit drei Rich­tern besetz­te Zivil­kam­mer beru­fen. Eine ori­gi­nä­re Ein­zel­rich­ter­zu­stän­dig­keit kommt hier nicht in Betracht2.

Eine Über­tra­gung auf den Ein­zel­rich­ter nach § 68 Abs. 4 Halb­satz 1 FamFG ist im vor­lie­gen­den Fall nicht erfolgt, so dass die­ser zur Ent­schei­dung nicht beru­fen war. Ent­schei­det der Ein­zel­rich­ter unbe­fugt allein, liegt wegen feh­ler­haf­ter Beset­zung des Gerichts ein abso­lu­ter Revi­si­ons- bzw. Rechts­be­schwer­de­grund im Sin­ne der §§ 72 Abs. 3 FamFG, 547 Nr. 1 ZPO vor3. Der ange­foch­te­ne Beschluss ist daher auf­zu­he­ben; die Sache ist an das Land­ge­richt zurückzuverweisen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Febru­ar 2021 – XII ZB 446/​20

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 03.02.2016 – XII ZB 221/​15 FamRZ 2016, 803[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 03.02.2016 – XII ZB 221/​15 , FamRZ 2016, 803 Rn. 5 mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 25.11.2015 – XII ZB 105/​13 , FamRZ 2016, 451 Rn. 10 mwN[]

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