Frist zur Nach­bes­se­rung bei sozi­al­ge­richt­li­chen Kla­gen

Die Vor­schrift des § 92 Abs. 2 SGG ent­hält zwei ver­schie­de­ne Hand­lungs­vor­ga­ben an den Vor­sit­zen­den für den Fall einer den zwin­gen­den Anfor­de­run­gen des § 92 Abs. 1 Satz 1 SGG nicht genü­gen­den Kla­ge:

Frist zur Nach­bes­se­rung bei sozi­al­ge­richt­li­chen Kla­gen

Dabei hat der Vor­sit­zen­de sein Ermes­sen pflicht­ge­mäß unter Beach­tung der Grund­sät­ze der Bar­rie­re- und Form­frei­heit aus­zu­üben und er ist ver­pflich­tet, eine am Ein­zel­fall ori­en­tier­te, sach­ge­rech­te und begrün­de­te Ent­schei­dung zu tref­fen, die etwa das Feh­len anwalt­li­cher Ver­tre­tung oder die intel­lek­tu­el­len Mög­lich­kei­ten eines unver­tre­te­nen Klä­gers berück­sich­tigt.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 28. Janu­ar 2010 – L 10 U 4843/​09