Kapi­tal­ab­fin­dung in der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung

Wem aus der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung ein Anspruch auf eine Ren­te wegen einer Min­de­rung der Erwerbs­fä­hig­keit von weni­ger als 40 vom Hun­dert zusteht, kann gemäß § 76 Abs. 1 SGB VII auf sei­nen Antrag mit einem dem Kapi­tal­wert der Ren­te ent­spre­chen­den Betrag abge­fun­den wer­den.

Kapi­tal­ab­fin­dung in der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung

Der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger darf bei sei­ner nach § 76 Abs. 1 SGB VII zu tref­fen­den Ermes­sens­ent­schei­dung über einen Abfin­dungs­an­trag eine gerin­ge­re als die alters­üb­li­che Lebens­er­war­tung nur dann berück­sich­ti­gen, wenn sie erheb­lich ist. Die ver­blie­be­ne Lebens­er­war­tung muss die Zeit unter­schrei­ten, die dem für die Abfin­dung fest­ge­setz­ten Kapi­tal­wert nach der Ver­ord­nung über die Berech­nung des Kapi­tal­wer­tes bei Abfin­dung von Leis­tun­gen aus der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung ent­spricht.

Maß­geb­li­cher Zeit­punkt für die Beur­tei­lung der Fra­ge, ob und ggf. in wel­chem Maße die Lebens­er­war­tung her­ab­ge­setzt ist, ist der Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung einer Tat­sa­chen­in­stanz.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 15. April 2010 – L 6 U 3418/​09