Kei­ne Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht wäh­rend des Sta­tus­ver­fah­rens

Nach § 7a Abs 1 Satz 1 SGB IV kön­nen die Auf­trag­ge­ber und Auf­trag­neh­mer (nicht jedoch ande­re Ver­si­che­rungs­trä­ger [1] schrift­lich eine Ent­schei­dung bean­tra­gen, ob eine sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung vor­liegt, es sei denn, die Ein­zugs­stel­le oder ein ande­rer Ver­si­che­rungs­trä­ger hat­te im Zeit­punkt der Antrag­stel­lung bereits ein Ver­fah­ren zur Fest­stel­lung einer Beschäf­ti­gung ein­ge­lei­tet. Für eine sol­che Sta­tus­fest­stel­lung ist nach § 7a Abs 1 Satz 3 SGB IV die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund zustän­dig, nicht die nach § 28h Abs 2 Satz 1 SGB IV zur Ent­schei­dung beru­fe­ne Ein­zugs­stel­le. Ein sol­ches Sta­tus­ver­fah­ren ist ins­be­son­de­re dann ange­zeigt, wenn Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, etwa Ehe­gat­ten, Kin­der oder Eltern, beschäf­tigt wer­den sol­len oder aber die Abgren­zung zwi­schen einem frei­en Mit­ar­bei­ter­ver­hält­nis und einem Arbeits­ver­hält­nis pro­ble­ma­tisch ist.

Kei­ne Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht wäh­rend des Sta­tus­ver­fah­rens

Wird im Rah­men die­ses Sta­tus­ver­fah­rens fest­ge­stellt, dass ein sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis besteht, kann die Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht für die Dau­er des Sta­tus­ver­fah­rens nach § 7a Abs 6 SGG IV aus­ge­schlos­sen sein: Wird der Antrag auf Sta­tus­fest­stel­lung inner­halb eines Monats nach Auf­nah­me der Tätig­keit gestellt und stellt die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund ein ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis fest, tritt die Ver­si­che­rungs­pflicht erst mit der Bekannt­ga­be der Ent­schei­dung ein, wenn

  1. der Beschäf­tig­te zustimmt und
  2. er für den Zeit­raum zwi­schen Auf­nah­me der Beschäf­ti­gung und der Ent­schei­dung eine Absi­che­rung gegen das finan­zi­el­le Risi­ko von Krank­heit und zur Alters­vor­sor­ge vor­ge­nom­men hat, die der Art nach den Leis­tun­gen der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ent­spricht.

Für die hier­nach erfor­der­li­che Zustim­mung hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg dem Arbeit­neh­mer nun einen gro­ßen Frei­raum gege­ben:

Der Arbeit­neh­mer kann durch sei­ne Zustim­mung den Ein­tritt der Ver­si­che­rungs­pflicht auch dann gemäß § 7a Abs. 6 SGB IV auf den Zeit­punkt der Bekannt­ga­be der Ent­schei­dung durch die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund hin­aus­schie­ben, wenn der Arbeit­ge­ber für den in Fra­ge ste­hen­den Zeit­raum bereits Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge abge­führt hat.

Die Rege­lung in § 7a Abs 6 Satz 1 SGB IV knüpft die Zustim­mung auch nicht an eine bestimm­te vom Arbeit­neh­mer ein­zu­hal­ten­de Frist.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 23. März 2010 – L 11 R 5564/​08

  1. vgl BT-Drs. 14/​1855, S. 7[]