Kran­ken­kost­zu­la­gen in der Grund­si­che­rung

Bei einem Anspruch auf Kran­ken­kost­zu­la­ge nach § 30 Abs. 5 SGB XII han­delt es sich um einen Ein­zel­an­spruch der Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung im Alter und bei Erwerbs­min­de­rung. Nach einem aktu­el­len Urteil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Nie­der­sach­sen sind dabei die Emp­feh­lun­gen des Deut­schen Ver­eins zur Gewäh­rung von Kran­ken­kost­zu­la­gen in der Sozi­al­hil­fe in der 3. völ­lig neu bear­bei­te­ten Auf­la­ge 2008 (wie­der) eine trag­fä­hi­ge Beur­tei­lungs­grund­la­ge, und zwar auch für vor der Ver­öf­fent­li­chung lie­gen­de Zeit­räu­me (im vom LSG ent­schie­de­nen Fall etwa von August 2005 bis Juli 2006).

Kran­ken­kost­zu­la­gen in der Grund­si­che­rung

Bei Erkran­kun­gen wie Dia­be­tes mel­li­tus, Hyper­li­pi­dä­mie, Hyper­urik­ä­mie und Hyper­to­nie bedür­fe es danach, so das LSG, kei­ner spe­zi­el­len Kost­for­men, viel­mehr genü­ge nach aktu­el­lem medi­zi­nisch-ernäh­rungs­wis­sen­schaft­li­chen Kennt­nis­stand eine in den "Emp­feh­lun­gen" näher beschrie­be­ne Voll­kost. Bei preis­be­wuss­ter Ein­kaufs­wei­se sei daher eine Voll­kost mit einem Auf­wand zu finan­zie­ren, der von dem Regel­satz gedeckt ist.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nie­der­sach­sen-Bre­men, Urteil vom 22. Janu­ar 2009 – S 51 SO 331/​06