Umsatz­steu­er-Erstat­tungs­an­sprü­che – als Ver­gü­tun­gen für mehr­jäh­ri­ge Tätig­kei­ten

Bei Umsatz­steu­er-Erstat­tungs­an­sprü­chen han­delt es sich – mit Aus­nah­me der Erstat­tungs­zin­sen zu den Umsatz­steu­er­fest­set­zun­gen – um Ver­gü­tun­gen für mehr­jäh­ri­ge Tätig­kei­ten i. S. von § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG, d. h. um außer­or­dent­li­che Ein­künf­te. Die dar­auf ent­fal­len­de Ein­kom­men­steu­er ist gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 EStG nach den Sät­zen 2 bis 4 des § 34 Abs. 1 EStG zu berech­nen.

Umsatz­steu­er-Erstat­tungs­an­sprü­che – als Ver­gü­tun­gen für mehr­jäh­ri­ge Tätig­kei­ten

Umsatz­steu­er-Erstat­tungs­an­sprü­che, wie sie sich im Streit­fall durch den Betrieb von Geld­spiel­au­to­ma­ten erge­ben haben, stel­len "Ver­gü­tun­gen für mehr­jäh­ri­ge Tätig­kei­ten" i. S. von § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG dar. Sie las­sen auch typi­scher­wei­se eine Pro­gres­si­ons­wir­kung erwar­ten, wie die­se Vor­schrift sie als Anlass für die Steu­er­satz­mil­de­rung erwar­tet. § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG ist zudem auch auf die Bezie­her von Gewinn­ein­künf­ten anwend­bar, die ihren Gewinn gemäß § 4 Abs. 3 EStG ermit­teln. Ange­sichts eines Zeit­raums von vier Jah­ren (hier: 1999 bis 2002), für den hier die Umsatz­steu­er erstat­tet wur­de, liegt auch eine "mehr­jäh­ri­ge" Tätig­keit i. S. von § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG vor1.

Erstat­tungs­zin­sen gehö­ren dage­gen nicht zu den außer­or­dent­li­chen Ein­künf­ten i. S. des § 34 Abs. 1 und 2 EStG. Sie erfül­len weder den Tat­be­stand des § 34 Abs. 2 Nr. 2 i. V. m. § 24 Nr. 1 Buch­sta­be a EStG noch den des § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG2.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 19. Juli 2016 – 10 K 2384/​10 E

  1. BFH, Urteil vom 25.02.2014 – X R 10/​12, BSt­Bl II 2014, 668 []
  2. vgl. BFH, Urtei­le vom 12.11.2013 – VIII R 36/​10, BSt­Bl II 2014, 168; und vom 25.09.2014 – III R 5/​12, BSt­Bl II 2015, 220 []