Denk­mal­ge­rech­ter Gara­gen­neu­bau

Ein denk­mal­ge­rech­ter Gara­gen­neu­bau ist kei­ne Auf­wen­dung auf ein Denk­mal. Die Kos­ten für den Neu­bau einer denk­mal­ge­rech­ten Gara­ge stel­len daher kei­ne steu­er­be­güns­tig­te Auf­wen­dung dar, wenn das denk­mal­ge­schütz­te Wohn­haus bis­lang nicht über eine sol­che ver­füg­te.

Denk­mal­ge­rech­ter Gara­gen­neu­bau

In dem hier vom Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ent­schied­ne­ne Fall hat­te der Eigen­tü­mer eines 1936 errich­te­ten frei­ste­hen­den Ein­fa­mi­li­en­hau­ses in der als Gesamt­an­la­ge denk­mal­ge­schütz­ten Gar­ten­stadt­sied­lung Heer­stra­ße geklagt. Im Jahr 2011 führ­te der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer an sei­nem Wohn­haus Reno­vie­rungs­ar­bei­ten in Abstim­mung mit der unte­ren Denk­mal­be­hör­de durch. Dabei sah er von einem Anbau einer Gara­ge direkt an das Wohn­haus wegen dage­gen ste­hen­der Beden­ken der unte­ren Denk­mal­be­hör­de ab, errich­te­te aber eine frei­ste­hen­de, dach­be­grün­te und seit­lich mit Rank­pflan­zen ver­se­he­ne Gara­ge. Sei­nen zur steu­er­li­chen Berück­sich­ti­gung gestell­ten Antrag, auch die Kos­ten der Auf­wen­dun­gen der Gara­gen­er­rich­tung und –begrü­nung als denk­mal­be­ding­te zusätz­li­che Auf­wen­dun­gen zu beschei­ni­gen, lehn­te das Lan­des­denk­mal­amt ab.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin wies die hier­ge­gen gerich­te­te Kla­ge ab:

Der Gara­gen­neu­bau erfül­le nicht die Vor­aus­set­zun­gen für eine steu­er­li­che Begüns­ti­gung. Die jewei­li­gen Kos­ten müss­ten hier­für nach ihrer Art und ihrem Umfang zur Erhal­tung des schüt­zens­wer­ten äuße­ren Erschei­nungs­bil­des der Gebäu­de­grup­pe oder der Gesamt­an­la­ge erfor­der­lich sein. Dar­un­ter fie­len grund­sätz­lich nur Bestands­bau­ten. Der Zweck der Vor­schrift lie­ge näm­lich dar­in, die Erhal­tung und Moder­ni­sie­rung kul­tur­his­to­risch wert­vol­ler Gebäu­de zu för­dern. Anders sei dies allen­falls, wenn es sich bei einem Neu­bau nicht um ein selbst­stän­di­ges Gebäu­de han­de­le und eng mit einem Bestands­bau­denk­mal ver­bun­den sei. Dies sei bei der neu­en Gara­ge des Grund­stücks­ei­gen­tü­mers nicht der Fall, weil sie hin­weg­ge­dacht wer­den kön­ne, ohne dass das Erschei­nungs­bild des Ensem­bles eine Beein­träch­ti­gung erfüh­re.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 1. Sep­tem­ber 2016 – VG 19 K 108.15