Aus­set­zung von Gewer­be­steu­er­ver­fah­ren

Ein­spruchs- und Kla­ge­ver­fah­ren im Bereich der Gewer­be­steu­er müs­sen nicht wegen Vor­la­ge des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Gewer­be­er­trag­steu­er aus­ge­setzt wer­den.

Aus­set­zung von Gewer­be­steu­er­ver­fah­ren

Eine Aus­set­zung des Ver­fah­rens nach § 74 FGO im Hin­blick auf das beim BVerfG anhän­gi­ge Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Gewer­be­er­trag­steu­er (vgl. Vor­la­ge­be­schluss des Nie­der­säch­si­schen FG vom 21. April 2004 – 4 K 317/​91, EFG 2004, 1065; Akten­zei­chen beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt: 1 BvL 2/​04) ist nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs nicht gebo­ten. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des BFH hängt die Ent­schei­dung über die Aus­set­zung des Ver­fah­rens nach § 74 FGO auch davon ab, ob mit der Auf­he­bung eines etwa ver­fas­sungs­wid­ri­gen Geset­zes für die Ver­gan­gen­heit zu rech­nen oder nur zu erwar­ten ist, dass das BVerfG dem Gesetz­ge­ber eine ange­mes­se­ne Frist zur Her­bei­füh­rung eines ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Zustan­des set­zen wird. Allen­falls Letz­te­res ist hier anzu­neh­men.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 18. April 2007 – XI R 29/​06