Hun­de­steu­er für Ame­ri­can Staf­fordshire Ter­ri­er

Eine Kom­mu­ne ist berech­tigt, von dem Hal­ter eines Ame­ri­can Staf­fordshire Ter­ri­er eine erhöh­te Hun­de­steu­er von 600,– € im Jahr zu ver­lan­gen, ent­schied jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz.

Hun­de­steu­er für Ame­ri­can Staf­fordshire Ter­ri­er

Der Hun­de­hal­ter hielt bis zum März 2010 drei Hun­de, eines der Tie­re stammt von der Ras­se Ame­ri­can Staf­fordshire Ter­ri­er ab. Ein sol­cher Hund gilt nach der Hun­de­steu­er­sat­zung der Kom­mu­ne als unwi­der­leg­bar gefähr­lich. Nach­dem im April 2010 einer der bei­den ande­ren Hun­de abge­mel­det wor­den war, setz­te die Kom­mu­ne, die Orts­ge­mein­de Breit­scheid, für 2010 670,– € Hun­de­steu­er fest, wobei allein 600,– € auf den Ter­ri­er ent­fie­len. Hier­ge­gen erhob der Hun­de­hal­ter nach erfolg­lo­sem Wider­spruchs­ver­fah­ren Kla­ge, die ohne Erfolg blieb.

Die Hun­de­steu­er von 600,– € für den Ame­ri­can Staf­fordshire Ter­ri­er, so das Ver­wal­tungs­ge­richt, begeg­ne kei­nen Beden­ken. Sie beru­he auf der wirk­sa­men Sat­zung der Orts­ge­mein­de. Die­se habe ohne eige­ne Ermitt­lun­gen an die Erkennt­nis­se des Lan­des­ge­setz­ge­bers zum jewei­li­gen Gefähr­dungs­po­ten­ti­al von Hun­den bestimm­ter Ras­sen anknüp­fen dür­fen. Der Ame­ri­can Staf­fordshire Ter­ri­er gehö­re danach zu den Hun­de­ras­sen, denen wegen ihrer Grö­ße, ihres Gewichts, ihrer Sprung‑, Mus­kel- und Beiß­kraft eine abs­trak­te Gefähr­lich­keit zuge­spro­chen wer­den müs­se. Fer­ner erge­be sich aus dem Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit auch nicht die Ver­pflich­tung der Orts­ge­mein­de, die Ein­stu­fung der Ame­ri­can Staf­fordshire Ter­ri­er als abs­trakt gefähr­lich nach Ablauf einer gewis­sen Über­gangs­zeit durch Erkennt­nis­se über eine gewis­se Häu­fig­keit kon­kre­ter Vor­fäl­le mit die­sen Tie­ren abzu­si­chern. Der Klä­ger habe zudem kei­ne Grün­de für eine Neu­be­wer­tung des abs­trak­ten Gefahr­po­ten­ti­als von Tie­ren die­ser Ras­se auf­ge­zeigt. Schließ­lich sei die Besteue­rung mit dem Gleich­heits­satz zu ver­ein­ba­ren. Die Kam­mer hal­te es in Über­ein­stim­mung mit der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung nicht für will­kür­lich, eini­ge Hun­de­ras­sen bereits wegen ihres auf typi­schen Ras­se­merk­ma­len beru­hen­den Gefahr­po­ten­ti­als einer erhöh­ten Besteue­rung zu unter­wer­fen, sons­ti­ge Hun­de hin­ge­gen nur dann, wenn sich ihre Gefähr­lich­keit im kon­kre­ten Ein­zel­fall erwei­se.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 8. Novem­ber 2011, 6 K 522/​11.KO