Den großen Schritt zu wagen, in die berufliche Selbständigkeit zu gehen, ist für einige Existenzgründer ein lang gehegter Traum – für andere eine Notlösung. Auf jeden Fall erfordert der Weg in die Selbständigkeit eine gute und gründliche Vorbereitung. Sich bei Freunden oder Familie zu informieren, reicht bei Weitem nicht aus – der Beratungsbedarf für Existenzgründer ist so komplex, dass er oft von den Gründern falsch eingeschätzt wird. Aber nicht umsonst gibt es viele Beratungsangebote. Ein Gründercoaching, dass professionell auf die Selbständigkeit vorbereitet, ist in jedem Fall eine gute Investition.
Dabei ist die Frage, welche Hilfestellung der Existenzgründer benötigt. Die speziellen Gründungsvorbereitungen sind in jeder Sparte unterschiedlich. Der Gründer sollte sich im Klaren darüber sein, dass für gewerbliche und freiberufliche Tätigkeiten nicht nur unterschiedliche berufliche Qualifikationen erforderlich sind, sondern z.B. auch die Behördengänge oder die Steuervorschriften verschieden sein können. So kann ein Steuerberater für Existenzgründer nicht erst bei der Erstellung des Jahresabschlusses wichtig werden, sondern schon in der Gründungsphase. Die wenigsten Neu-Unternehmer kennen sich mit Steuern aus. Für die steuerliche Einordnung der unternehmerischen Tätigkeit ist die Hilfe eines Experten besonders wichtig. So ist die Unterscheidung zwischen Gewerbebetrieb und freiberufliche Tätigkeit relevant für
- das Anmeldeverfahren
- die Frage, ob ein Unternehmen gewerbesteuerpflichtig ist
- die Form der Gewinnermittlung
- die Höhe der Einkommensteuerbelastung.
Ein Steuerberater kann einem Jungunternehmer schon bei der Organisation des Büros z.B. bezüglich der Organisation der Belegablage und -aufbereitung für die Buchhaltung behilflich sein. Aber auch grundlegende Fragen über den Businessplan, die Finanzierung oder die Wahl der Rechtsform sind bei einem Steuerberater in kompetenten Händen.
Ein Existenzgründer sollte sich nicht scheuen, qualifizierte Hilfe zu suchen und in Anspruch zu nehmen, denn aller Anfang ist schwer. Die Kosten für gründliche Marktanalysen und intensive Beratungsleistungen sind Investitionen in die sichere Zukunft einer Selbständigkeit. Dabei können die Beratungskosten noch minimiert werden, wenn man die Beratungszuschüsse nicht außer Acht lässt: Sowohl der Bund als auch viele Länder fördern Existenzgründungsberatungen durch finanzielle Mittel. Möglich ist auch eine Förderung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, ESF. Zum Teil ist die Unterstützung begrenzt auf die Zeit vor der Gründung, zum Teil erfolgt die Förderung in einem bestimmten Zeitrahmen nach der Gründung.
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