Durch einen Tat­be­tei­lig­ten erlangt…

Durch einen Tat­be­tei­lig­ten erlangt sind auch sol­che Gel­der, die aus einer "gesam­mel­ten" Men­ge durch Betrug erlang­ter Ver­mö­gens­wer­te ent­nom­men oder auf­ge­teilt wer­den 1.

Durch einen Tat­be­tei­lig­ten erlangt…

Dass der Geld­be­trag dem Ange­klag­ten spä­ter abhan­den­ge­kom­men und damit die tat­säch­li­che Ver­fü­gungs­ge­walt nach­träg­lich ent­fal­len ist, ändert nichts am Ein­tritt der Vor­aus­set­zun­gen der § 73 Abs. 1, § 73a Satz 1 StGB. Glei­ches gilt für einen Geld­be­trag, der in der Fol­ge zumin­dest teil­wei­se – wei­ter­ge­lei­tet wor­den ist. Eine spä­te­re Wei­ter­ga­be des Erlang­ten kann eben­so wie der Ver­lust des Erlang­ten allen­falls noch im Rah­men der Prü­fung der Vor­schrift des § 73c StGB von Bedeu­tung sein 2.

Soweit dem Ange­klag­ten der Geld­be­trag abhan­den­ge­kom­men ist, muss das Gericht fest­stel­len, ob und in wel­cher Höhe er noch über (wei­te­re) Ver­mö­gens­wer­te ver­fügt, die dem Wert des Erlang­ten ent­spre­chen. Gege­be­nen­falls hat es sodann eine Ermes­sens­ent­schei­dung nach § 73c Abs. 1 Satz 2 StGB tref­fen müs­sen 3. Auch hat die Prü­fung des § 73c Abs. 1 Satz 1 StGB zu erfol­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. März 2016 – 2 StR 36/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 19.10.2011 – 1 StR 336/​11, NStZ-RR 2012, 81, 82[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 17.09.2013 – 5 StR 258/​13, NStZ 2014, 32 mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 07.01.2014 – 3 StR 312/​13; BGH, Urteil vom 28.05.2014 – 2 StR 437/​13, wis­tra 2014, 439, 441 f.[]