Ent­sper­ren von SIM-Lock-Han­dys

Das Ent­fer­nen (Löschen) eines sog. SIM-Lock, wodurch ein Mobil­te­le­fon an ein bestimm­tes Mobil­funk­netz, an einen bestimm­ten Pro­vi­der oder an eine bestimm­te Mobil­funk­kar­te gebun­den wer­den soll, ist als Daten­ver­än­de­rung mit Fäl­schung beweis­erheb­li­cher Daten straf­bar, soweit der Täter über die Befug­nis, die Sper­re auf­zu­he­ben, nicht ver­fügt.

Ent­sper­ren von SIM-Lock-Han­dys

Die Begrün­dung des Amts­ge­richts Nür­tin­gen für die Annah­me einer sol­chen Straf­bar­keit nach § 269 StGB ist aller­dings (freund­lich aus­ge­drückt) etwas dürf­tig:

Der Ange­klag­te hat die Daten, die die Sim-Lock-Sper­re bewir­ken, durch den Anschluss an den Flas­her gelöscht bzw. ver­än­dert. Die Befug­nis, den SIM-Lock zu ent­fer­nen, lag, wie er wuss­te, unab­hän­gig vom Eigen­tum an den Mobil­funk­ge­rä­ten, zu den jewei­li­gen Tat­zeit­punk­ten aus­schließ­lich beim Pro­vi­der V. Durch die Ein­wir­kung auf das Pro­gramm in den Mobil­funk­ge­rä­ten, das die Ein­wahl mit ande­ren SIM-Kar­ten ver­hin­dert, wur­de dem Pro­gramm vor­ge­spie­gelt, es habe bereits eine regu­lä­re Ent­sper­rung durch den Pro­vi­der statt­ge­fun­den.

Durch die Ent­fer­nung der SIM-Lock-Sper­re erweck­te der Ange­klag­te zugleich im Rechts­ver­kehr den Ein­druck, die Sper­re sei ord­nungs­ge­mäß durch den Pro­vi­der ent­fernt wor­den.

Amts­ge­richt Nür­tin­gen, Urteil vom 20. Sep­tem­ber 2010 – 13 Ls 171 Js 13423/​08