Schein­ge­schäf­te

Ein Schein­ge­schäft liegt vor, wenn die Par­tei­en ein­ver­ständ­lich nur den äuße­ren Schein des Abschlus­ses eines Rechts­ge­schäfts her­vor­ru­fen, aber die mit dem betref­fen­den Rechts­ge­schäft ver­bun­de­nen Rechts­wir­kun­gen nicht ein­tre­ten las­sen wol­len 1.

Schein­ge­schäf­te

Ent­schei­dend ist dabei, ob die Betei­lig­ten zur Errei­chung des ange­streb­ten Erfol­ges ein Schein­ge­schäft für genü­gend oder ein ernst gemein­tes Rechts­ge­schäft für erfor­der­lich erach­tet haben.

Zwar obliegt die Beur­tei­lung, ob ein Geschäft nur zum Schein abge­schlos­sen wur­de, grund­sätz­lich dem Tatrich­ter. Die Urteils­grün­de müs­sen jedoch, wenn Anhalts­punk­te für das Vor­lie­gen eines Schein­ge­schäfts gege­ben sind, erken­nen las­sen, dass der Tatrich­ter die wesent­li­chen für und gegen ein Schein­ge­schäft spre­chen­den Umstän­de im Rah­men der Beweis­wür­di­gung berück­sich­tigt und in eine Gesamt­wür­di­gung ein­be­zo­gen hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Juni 2016 – 1 StR 20/​16

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 24.01.1980 – III ZR 169/​78, NJW 1980, 1572, 1573 mwN; OLG Olden­burg, Urteil vom 23.02.2000 – 2 U 284/​99, MDR 2000, 877; Ellen­ber­ger in Palandt, BGB, 75. Aufl., § 117 Rn. 3 mit wei­te­ren Nach­wei­sen aus der Rspr.; zum Schein­ge­schäft im Sin­ne des § 41 Abs. 2 AO vgl. auch BGH, Beschluss vom 20.03.2002 – 5 StR 448/​01, BGHR AO § 41 Abs. 2 Schein­hand­lung 3[]