Der im Aus­land ansäs­si­ge Unter­neh­mer – und die deut­sche Steu­er­num­mer

Für im Aus­land ansäs­si­ge Unter­neh­mer i.S.v. § 13b Abs. 4 in der bis zum 31.12 2009 gel­ten­den Fas­sung des Umsatz­steu­er­ge­set­zes (im Fol­gen­den: UStG a.F.) erfolg­te eine umsatz­steu­er­li­che Regis­trie­rung im Inland und damit eine Teil­nah­me am all­ge­mei­nen Besteue­rungs­ver­fah­ren nach § 16 und § 18 Abs. 1 bis 4 UStG grund­sätz­lich nur, wenn im Inland steu­er­ba­re Umsät­ze i.S.v. § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG, für die nicht der Leis­tungs­emp­fän­ger die Steu­er nach § 13b UStG schul­de­te, oder inner­ge­mein­schaft­li­che Erwer­be i.S.v. § 1 Abs. 1 Nr. 5 UStG aus­ge­führt wur­den (vgl. § 59 USt­DV a.F.).

Der im Aus­land ansäs­si­ge Unter­neh­mer – und die deut­sche Steu­er­num­mer

Ein im Aus­land ansäs­si­ger Unter­neh­mer ist nach § 13b UStG a.F. ein Unter­neh­mer, der weder im Inland noch auf der Insel Hel­go­land oder in einem der in § 1 Abs. 3 UStG bezeich­ne­ten Gebie­te einen Wohn­sitz, sei­nen Sitz, sei­ne Geschäfts­lei­tung oder eine Zweig­nie­der­las­sung hat.

Der Begriff der Zweig­nie­der­las­sung setzt dabei vor­aus, dass von dort aus Umsät­ze bewirkt wer­den; ob Umsät­ze beab­sich­tigt wur­den, ist inso­weit ohne Bedeu­tung 1.

Im hier ent­schie­de­nen Fall bedeu­te­te dies: Da im Fal­le der Über­tra­gung von Emis­si­ons­zer­ti­fi­ka­ten im Inland steu­er­ba­re Umsät­ze nur vor­lie­gen, wenn der Leis­tungs­emp­fän­ger sei­nen Sitz bzw. eine Betriebs­stät­te im Inland hat, kann die umsatz­steu­er­li­che Regis­trie­rung ein Indiz für das Vor­han­den­sein einer deut­schen Betriebs­stät­te sein. Selbst wenn die Fir­men I. und E. beim Han­del mit Emis­si­ons­zer­ti­fi­ka­ten als Unter­neh­mer gehan­delt hät­ten 2, hät­te in den Gut­schrif­ten kei­ne deut­sche Umsatz­steu­er aus­ge­wie­sen wer­den dür­fen. Denn der Ort der sons­ti­gen Leis­tung gemäß § 3a Abs. 3 i.V.m. § 3a Abs. 4 Nr. 1 UStG in der zu den Über­tra­gungs­zeit­punk­ten gel­ten­den Fas­sung die­ser Nor­men lag nicht in Deutsch­land, son­dern in Luxem­burg. Damit schul­de­te zwar die E. die in den ihr von der I. erteil­ten Gut­schrif­ten aus­ge­wie­se­ne Umsatz­steu­er nach § 14c UStG. Ein Recht zum Vor­steu­er­ab­zug besteht jedoch nur für im Hin­blick auf aus­ge­führ­te Leis­tun­gen geschul­de­te Steu­ern, nicht jedoch für Steu­ern, die nach § 14c UStG geschul­det wer­den 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Okto­ber 2017 – 1 StR 447/​14

  1. vgl. BFH, Urteil vom 05.06.2014 – V R 50/​13, BFHE 245, 439[]
  2. vgl. dazu auch BGH, Beschluss vom 08.02.2011 – 1 StR 24/​10, BGHR UStG § 15 Abs. 1 Unter­neh­mer 1[]
  3. st. Rspr.; vgl. z.B. BFH, Urtei­le vom 11.04.2002 – V R 26/​01, BFHE 198, 238; und vom 02.04.1998 – V R 34/​97, BFHE 185, 536[]