Euro­päi­sches Haft­be­fehls­ge­setz nich­tig

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat mit Urteil vom 18. Juli 2005 das Euro­päi­sche Haft­be­fehls­ge­setz für nich­tig erklärt.

Euro­päi­sches Haft­be­fehls­ge­setz nich­tig

Das Gesetz grei­fe unver­hält­nis­mä­ßig in die Aus­lie­fe­rungs­frei­heit (Art. 16 Abs. 2 GG) ein, da der Gesetz­ge­ber die ihm durch den Rah­men­be­schluss zum Euro­päi­schen Haft­be­fehl eröff­ne­ten Spiel­räu­me nicht für eine mög­lichst grund­rechts­scho­nen­de Umset­zung des Rah­men­be­schlus­ses in natio­na­les Recht aus­ge­schöpft habe. Zudem ver­sto­ße das Euro­päi­sche Haft­be­fehls­ge­setz auf­grund der feh­len­den Anfecht­bar­keit der (Aus­lie­fe­rungs-) Bewil­li­gungs­ent­schei­dung gegen die Rechts­weg­ga­ran­tie (Art. 19 Abs. 4 GG). Solan­ge der Gesetz­ge­ber kein neu­es Aus­füh­rungs­ge­setz zu Art. 16 Abs. 2 Satz 2 GG erlässt, ist die Aus­lie­fe­rung eines deut­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen daher nicht mög­lich.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Urteil vom 18. Juli 2005 ? 2 BvR 2236 /​04 ?