Ab in die Par­al­lel­klas­se

Ein als gro­be Ver­let­zung der Schü­ler­pflich­ten anzu­se­hen­der Ver­stoß gegen recht­li­che Bestim­mun­gen liegt grund­sätz­lich vor, wenn ein Schü­ler oder eine Schü­le­rin einen Mit­schü­ler oder eine Mit­schü­le­rin kör­per­lich miss­han­delt. Die Schu­le darf sich bei der Fest­stel­lung eines sol­chen Rechts­ver­sto­ßes an den Straf­tat­be­stän­den der Kör­per­ver­let­zung (§§ 223 ff. Straf­ge­setz­buch) ori­en­tie­ren.

Ab in die Par­al­lel­klas­se

Die Schu­len sind auf­grund ihres Erzie­hungs- und Bil­dungs­auf­tra­ges dazu ver­pflich­tet, kon­se­quent gegen Gewalt­tä­tig­kei­ten vor­zu­ge­hen. Sie sind dar­auf ange­wie­sen, dass die Schü­le­rin­nen und Schü­ler die ele­men­ta­ren Regeln das Schul­le­bens beach­ten, zu denen auch die durch die Rechts­ord­nung vor­ge­ge­be­nen Regeln zum gewalt­frei­en Umgang mit­ein­an­der gehö­ren.

Die Klas­sen­kon­fe­renz darf auch die Über­wei­sung in eine Par­al­lel­klas­se ohne vor­he­ri­ge Andro­hung aus­spre­chen, wenn ein schwer­wie­gen­der Fall vor­liegt, in dem die blo­ße Andro­hung unter Berück­sich­ti­gung der beson­de­ren Umstän­de des Ein­zel­fal­les kei­ne wirk­sa­me Ant­wort auf das Fehl­ver­hal­ten der Schü­le­rin oder des Schü­lers ist 1.

Ver­wal­tungs­ge­richt Braun­schweig, Beschluss vom 28. Mai 2009 – 6 B 93/​09

  1. Fort­füh­rung von VG Braun­schweig, Beschlüs­se vom 17.12.2002 – 6 B 830/​02 -, 21.03.2003 – 6 B 48/​03 – und 17.06.2003 – 6 B 229/​03 -[]