Abschiebungshaft – und der Haftaufhebungsantrag der Vertrauensperson

Die Vertrauensperson ist gemäß § 70 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 FamFG i.V.m. § 418 Abs. 3 Nr. 2 FamFG rechtsbeschwerdebefugt1.

Abschiebungshaft – und der Haftaufhebungsantrag der Vertrauensperson

Sie ist durch die angefochtene Entscheidung, mit der ihre Beschwerde gegen Beschluss des Amtsgerichts zurückgewiesen wurde, formell beschwert.

Der Rechtsbeschwerdeberechtigung steht nicht entgegen, dass die Vertrauensperson im ersten Rechtszug des Haftanordnungsverfahrens, der mit Erlass des die Haft anordnenden Beschlusses des Amtsgerichts vom 21.07.2021 endete2, nicht beteiligt war.

Einen Haftaufhebungsantrag kann die Vertrauensperson unabhängig von einer förmlichen Beteiligung durch das Gericht stellen3. Das Haftaufhebungsverfahren ist ein gegenüber dem Anordnungsverfahren eigenständiges Verfahren mit unterschiedlichen Voraussetzungen4.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 11. Juni 2024 – XIII ZB 49/21

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 09.05.2023 – XIII ZB 9/20, InfAuslR 2024, 39 Rn. 3[]
  2. vgl. BGH Beschluss vom 09.05.2023 – XIII ZB 9/20, InfAuslR 2024, 39 Rn. 9[]
  3. BGH, Beschluss vom 19.05.2020 – XIII ZB 82/19, InfAuslR 2020, 387 Rn. 13[]
  4. vgl. BGH, Beschlüsse vom 19.05.2020 – XIII ZB 82/19, InfAuslR 2020, 387 Rn. 23; vom 23.02.2021 – XIII ZB 52/20 14[]