Auf­klä­rungs­flü­ge über Camps der G8-Geg­ner

Die Kla­gen zwei­er Geg­ner des G8-Gip­fels, der im Juni 2007 statt­ge­fun­den hat­te, gegen Auf­klä­rungs­flü­ge über die Camps der G8-Geg­ner sind vom Ver­wal­tungs­ge­richt Schwe­rin abge­wie­sen wor­den.

Auf­klä­rungs­flü­ge über Camps der G8-Geg­ner

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Schwe­rin hat bereits die Zuläs­sig­keit der Kla­gen ver­neint und über die Recht­mä­ßig­keit der Flü­ge nicht ent­schie­den. Die Klä­ger bei­der Ver­fah­ren waren Bewoh­ner bzw. Anmel­der eines von Gip­fel­geg­nern in der Gemein­de Red­de­lich ein­ge­rich­te­ten Camps mit zeit­wei­se über 4000 Teil­neh­mern. Die­ses Camp wur­de mehr­mals, so auch am 5. Juni 2007, von einem Tor­na­do­flug­zeug der Bun­des­wehr über­flo­gen. Dies geschah auf Bit­ten des Innen­mi­nis­te­ri­ums Meck­len­burg-Vor­pom­mern zu Auf­klä­rungs­zwe­cken. Bei den Über­flü­gen wur­den Bild­auf­nah­men gefer­tigt, deren Auf­lö­sung ent­ge­gen der ursprüng­li­chen Annah­me der Klä­ger eine Iden­ti­fi­zie­rung von ein­zel­nen Camp­teil­neh­mern nicht ermög­licht.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt ist der Auf­fas­sung, dass die Kla­gen bereits unzu­läs­sig sind. Weder wür­de der ein­ma­li­ge Über­flug und die dabei gefer­tig­ten Über­sichts­auf­nah­men ohne Mög­lich­keit der Iden­ti­fi­zie­rung der Klä­ger andau­ern­de Nach­wir­kun­gen ent­fal­ten, noch stell­te dies eine tief­grei­fen­de Grund­rechts­be­ein­träch­ti­gung dar.

Die von den Gip­fel­geg­nern the­ma­ti­sier­te Fra­ge nach der Recht­mä­ßig­keit des Auf­klä­rungs­flugs vom 5. Juni 2007 stell­te sich danach für das Gericht nicht.

Ver­wal­tungs­ge­richt Schwe­rin, Urtei­le vom 29. Sep­tem­ber 2011 – 1 A 799/​07, 1 A 1180/​07