Außer­dienst­li­che Belei­di­gun­gen als Dis­zi­pli­nar­ver­ge­hen

Außer­dienst­li­che Belei­di­gun­gen erlan­gen dann dis­zi­pli­na­ri­sche Rele­vanz und kön­nen eine gericht­li­che Dis­zi­pli­nar­maß­nah­me gebie­ten, wenn sie sich jeden­falls wie­der­holt gegen ande­re Amts­wal­ter rich­ten 1.

Außer­dienst­li­che Belei­di­gun­gen als Dis­zi­pli­nar­ver­ge­hen

Zwar recht­fer­tigt das sich aus dem Straf­rah­men erge­ben­de Gewicht der Tat allein noch nicht die Annah­me einer ernst­haf­ten Beein­träch­ti­gung von Ach­tung und Ver­trau­en, die die dienst­li­che Stel­lung des frü­he­ren Sol­da­ten erfor­dern 2. Die­se Annah­me kann aller­dings auch aus qua­li­fi­zie­ren­den Umstän­den fol­gen, aus denen sich ver­läss­lich Rück­schlüs­se auf man­geln­de Geset­zes­treue oder man­geln­des Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein ablei­ten las­sen 3. Qua­li­fi­zie­ren­de Umstän­de bil­den etwa die wie­der­hol­te Bege­hung oder eine ein­schlä­gi­ge Vor­be­las­tung 4.

Da der frü­he­re Sol­dat vor­lie­gend wie­der­holt wegen Belei­di­gun­gen ver­ur­teilt wur­de, lie­gen Umstän­de die­ser Art vor. Sie wer­den dadurch ver­stärkt, dass der frü­he­re Sol­dat zum Zeit­punkt des Dienst­ver­ge­hens als Inha­ber eines öffent­li­chen Amtes ande­re Hoheits­trä­ger gera­de in Aus­übung ihrer amt­li­chen Funk­ti­on belei­digt hat. Ob er sich im Zusam­men­hang mit der gemäß Anschul­di­gungs­punkt 3 began­ge­nen Belei­di­gung zusätz­lich als Sol­dat zu erken­nen gege­ben hat, kann vor die­sem Hin­ter­grund dahin­ste­hen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 24. August 2018 – 2 WD 3.18

  1. Fort­schrei­bung von BVerwG, Urtei­le vom 20.03.2014 – 2 WD 5.13, BVerw­GE 149, 224; und vom 12.03.2015 – 2 WD 3.14[]
  2. BVerwG, Urteil vom 12.03.2015 – 2 WD 3.14, Rn. 45[]
  3. BVerwG, Urteil vom 20.03.2014 – 2 WD 5.13 69[]
  4. BVerwG, Urteil vom 20.03.2014 – 2 WD 5.13, BVerw­GE 149, 224 Rn. 61[]