Dienst­li­che Beur­tei­lung eines Sol­da­ten – und die Dar­stel­lung sei­ner Tätig­keit

Eine Beur­tei­lung kann (auch) des­halb rechts­wid­rig sein, weil der beur­tei­len­de Vor­ge­setz­te die von dem zu Beur­tei­len­den im Beur­tei­lungs­zeit­raum (Nr. 406 ZDv 20/​6) wahr­ge­nom­me­nen Tätig­kei­ten und Auf­ga­ben in der Beur­tei­lung nur unvoll­stän­dig oder unrich­tig dar­ge­stellt hat.

Dienst­li­che Beur­tei­lung eines Sol­da­ten – und die Dar­stel­lung sei­ner Tätig­keit

Dar­aus kann sich die Ver­let­zung von ver­fah­rens­si­chern­den Beur­tei­lungs­grund­sät­zen im Sin­ne der Nr. 401 Satz 1 und 2 i.V.m. Nr. 607 ZDv 20/​6 erge­ben; inso­fern kann je nach den Umstän­den des Ein­zel­falls der beur­tei­len­de Vor­ge­setz­te sei­ne Bewer­tung und Gewich­tung der Leis­tun­gen des zu beur­tei­len­den Sol­da­ten auf einer unrich­tig bzw. unvoll­stän­dig erfass­ten Tat­sa­chen­grund­la­ge getrof­fen haben 1.

Nach Nr. 607 Buchst. a ZDv 20/​6 sind die im Beur­tei­lungs­zeit­raum wahr­ge­nom­me­nen dienst­li­chen Auf­ga­ben und wei­te­re dienst­li­che Tätig­kei­ten in der Beur­tei­lung dar­zu­stel­len. Zusätz­lich sind im Beur­tei­lungs­zeit­raum besuch­te Lehr­gän­ge auf­zu­füh­ren. Die Auf­ga­ben, Tätig­kei­ten und Lehr­gän­ge sind mit Zeit­an­ga­ben, Anga­be des jeweils wahr­ge­nom­me­nen Dienst­pos­tens und gege­be­nen­falls der Zweit- und/​oder Nebenfunktion(en) dar­zu­stel­len. Die tat­säch­li­chen Auf­ga­ben­schwer­punk­te im Beur­tei­lungs­zeit­raum sind zusätz­lich zu beschrei­ben. Die rei­ne Wie­der­ga­be von Auf­ga­ben und Tätig­kei­ten, die in Orga­ni­sa­ti­ons­grund­la­gen fest­ge­legt sind, ist zu ver­mei­den.

Die Vor­schrift der Nr. 607 Buchst. a ZDv 20/​6 dif­fe­ren­ziert dabei nicht zwi­schen kur­zen und lan­gen Lehr­gän­gen 2.

Das Trup­pen­dienst­ge­richt hat das für sei­ne Ent­schei­dung erheb­li­che Vor­brin­gen des Antrag­stel­lers zu den feh­len­den Lehr­gangs­an­ga­ben nicht berück­sich­tigt. Es hat auch nichts dazu aus­ge­führt, ob es der Auf­fas­sung ist, dass der beur­tei­len­de Vor­ge­setz­te ledig­lich Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten aus Nr. 607 Buchst. a Sät­ze 2 und 3 ZDv 20/​6 ver­nach­läs­sigt, in sei­nem Wert­ur­teil aber die vom Antrag­stel­ler geleis­te­ten Tätig­kei­ten unter Ein­schluss der in Rede ste­hen­den Lehr­gän­ge voll­stän­dig erfasst und gewür­digt habe.

Die voll­stän­di­ge Mit­tei­lung der im Beur­tei­lungs­zeit­raum wahr­ge­nom­me­nen dienst­li­chen Auf­ga­ben und Tätig­kei­ten in der plan­mä­ßi­gen Beur­tei­lung eines Sol­da­ten sind wesent­lich für die wehr­dienst­ge­richt­li­che Recht­mä­ßig­keits­kon­trol­le der Beur­tei­lung, in der unter ande­rem zu prü­fen ist, ob der beur­tei­len­de Vor­ge­setz­te von einem unrich­ti­gen oder unvoll­stän­dig erfass­ten Sach­ver­halt aus­ge­gan­gen ist 3.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 18. Dezem­ber 2014 – 1 WNB 3.2014

  1. vgl. – auch zum Fol­gen­den – BVerwG, Beschluss vom 25.10.2011 – 1 WB 51.10, BVerw­GE 141, 113 = Buch­holz 449.2 § 2 SLV 2002 Nr. 18, jeweils Rn. 34 und pas­sim[]
  2. BVerwG, Beschluss vom 25.10.2011, BA Rn. 36, inso­weit nicht abge­druckt in BVerw­GE 141, 113 = Buch­holz 449.2 § 2 SLV 2002 Nr. 18[]
  3. stRspr, vgl. z.B. BVerwG, Beschluss vom 25.10.2011, BA Rn. 22, inso­weit nicht abge­druckt in BVerw­GE 141, 113 = Buch­holz 449.2 SLV 2002 Nr. 18[]