Fuß­ball­ver­let­zung als Dienst­un­fall

Auch eine Ver­let­zung bei einem Fuß­ball­tur­nier kann ein Dienst­un­fall sein.

Fuß­ball­ver­let­zung als Dienst­un­fall

Die Teil­nah­me eines Beam­ten an einem Fuß­ball­tur­nier unter­liegt dann dem Dienst­un­fall­schutz, wenn sie im Zusam­men­hang mit dem Dienst des Beam­ten steht, vom Dienst­vor­ge­setz­ten getra­gen wird und dienst­li­chen Inter­es­sen und Zwe­cken dient.

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier jetzt der Kla­ge eines Post­be­am­ten auf Aner­ken­nung eines Dienst­un­falls statt­ge­ge­ben:

Der Klä­ger, der als Paket­zu­stel­ler im Raum Koblenz tätig ist, hat­te am Vor­run­den­fuß­ball­spiel des jähr­li­chen Brief-Cups des FC Deut­sche Post teil­ge­nom­men und bei einem Sturz einen Bän­der­riss der rech­ten Schul­ter erlit­ten. Den dar­auf­hin von ihm gestell­ten Antrag auf Aner­ken­nung als Dienst­un­fall hat die beklag­te Bun­des­re­pu­blik abge­lehnt. Zu Unrecht, wie das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier nun mein­te:

Bei dem Fuß­ball­spiel habe es sich um eine dienst­li­che Ver­an­stal­tung gehan­delt, so das Ver­wal­tungs­ge­richt. Sie sei vom zustän­di­gen Dienst­vor­ge­setz­ten aus­drück­lich gebil­ligt wor­den. Das Fuß­ball­tur­nier sei als Pro­jekt der Deut­schen Post aus­ge­legt, das aus­schlag­ge­bend dem dienst­li­chen Inter­es­se der Moti­va­ti­on der Mit­ar­bei­ter die­ne und denen damit die Mög­lich­keit ein­ge­räumt wer­den sol­le, „gemein­schaft­lich im Sin­ne der Mar­ke den Zusam­men­halt, die Moti­va­ti­on und die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Unter­neh­men zu leben“. Der kon­kre­te Ver­an­stal­tungs­zweck sei aus­drück­lich dar­in begrün­det, die Mit­ar­bei­ter mit der Mar­ke Deut­sche Post zu iden­ti­fi­zie­ren. Damit habe der Dienst­herr die Struk­tu­ren vor­ge­ge­ben. Zudem habe der Dienst­herr die Teil­nah­me finan­ziert, sodass die Teil­nah­me am Spiel und mit­hin der erlit­te­ne Unfall ins­ge­samt dem dienst­li­chen und nicht dem pri­va­ten Lebens­be­reich des Beam­ten zuzu­rech­nen sei­en.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 9. August 2011 – 1 K 283/​11.TR -