Streit­wert bei Sta­tus­strei­tig­kei­ten im öffent­li­chen Dienst

Maß­ge­ben­der Bezugs­punkt einer nach § 52 Abs. 5 GKG in den seit dem 1.08.2013 gel­ten­den Fas­sun­gen vor­zu­neh­men­den Streit­wert­be­rech­nung ist wie bis­her das End­grund­ge­halt 1.

Streit­wert bei Sta­tus­strei­tig­kei­ten im öffent­li­chen Dienst

Nach § 52 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 GKG ist Streit­wert in Ver­fah­ren, die die Begrün­dung, die Umwand­lung, das Bestehen, das Nicht­be­stehen oder die Been­di­gung eines besol­de­ten öffent­lich-recht­li­chen Dienst- oder Amts­ver­hält­nis­ses betref­fen, die Hälf­te der für ein Kalen­der­jahr zu zah­len­den Bezü­ge mit Aus­nah­me nicht ruhe­ge­halt­fä­hi­ger Zula­gen, wenn Gegen­stand des Ver­fah­rens nicht ein Dienst- oder Amts­ver­hält­nis auf Lebens­zeit ist. Hier­bei sind nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts nicht die indi­vi­du­el­len Bezü­ge eines Antrag­stel­lers mit sei­nen kon­kre­ten Dienst­al­ters- bzw. Erfah­rungs­stu­fen her­an­zu­zie­hen, son­dern wie bis­her das End­grund­ge­halt des begehr­ten Amtes 2.

Zwar nennt § 52 Abs. 5 GKG in der hier maß­geb­li­chen Fas­sung – anders als § 52 Abs. 5 GKG in der bis zum 31.07.2013 gel­ten­den Fas­sung – nicht mehr aus­drück­lich das End­grund­ge­halt, son­dern maß­ge­bend ist nun­mehr für die Berech­nung das lau­fen­de Kalen­der­jahr (§ 52 Abs. 5 Satz 2 GKG in der hier maß­geb­li­chen Fas­sung; sie­he auch Geset­zes­be­grün­dung BT-Drs. 17/​11471, S. 246). Im Hin­blick auf das Geset­zes­ziel, den Kos­ten­de­ckungs­grad in ver­wal­tungs- und finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren zu ver­bes­sern 3, und aus Prak­ti­ka­bi­li­täts­grün­den hält das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt jedoch an der Zugrun­de­le­gung des jewei­li­gen End­grund­ge­hal­tes fest 4.

Das Nie­der­sä­chi­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt legt bei der Streit­wert­be­rech­nung des­halb nicht die für das Kalen­der­jahr zu zah­len­den Bezü­ge, son­dern das End­grund­ge­halt der jeweil­gi­en Besol­dungs­grup­pe zugrun­de.

Etwas ande­res gilt im vor­lie­gen­den Fall auch nicht des­halb, weil ein Sol­da­ten­ver­hält­nis auf Zeit im Streit ist. Die­sem Umstand wird dadurch Rech­nung getra­gen, dass gemäß § 52 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 GKG in der hier maß­geb­li­chen Fas­sung bei Strei­tig­kei­ten über die Been­di­gung eines Dienst- oder Amts­ver­hält­nis­ses, die nicht ein sol­ches Ver­hält­nis auf Lebens­zeit betref­fen, der Streit­wert bereits um die Hälf­te redu­ziert wird.

Der Streit­wert ist hier noch­mals um die Hälf­te zu redu­zie­ren, weil es sich um ein Ver­fah­ren zur Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes han­delt.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 25. August 2014 – 5 ME 116/​14

  1. vgl. eben­so OVG Rh. Pf., Beschluss vom 23.12.2013 – 2 B 11209/​13; a. A. OVG NRW, Beschluss vom 11.07.2014 – 6 B 1381/​13[]
  2. so auch OVG Rh.-Pf., Beschluss vom 23.12.2013 – 2 B 11209/​13; a. A. OVG NRW, Beschluss vom 11.07.2014 – 6 B 1381/​13[]
  3. sie­he hier­zu im Ein­zel­nen OVG Rh.-Pf., Beschluss vom 23.12.2013, a. a. O., Rnrn.20 ff.; vgl. auch BT-Drs. 17/​11471, S. 245[]
  4. s. a. Nds. OVG, Beschluss vom 06.03.2014 – 5 OA 37/​14; Beschluss vom 27.02.2014 – 5 OA 20/​14; Beschluss vom 19.09.2013 – 5 ME 195/​13[]