Vor­läu­fi­ge Unter­sa­gung der Amts­ge­schäf­te – und das Beschwer­de­recht des betrof­fe­nen Rich­ters

Ent­schei­dun­gen des Dienst­ge­richts­hofs über die vor­läu­fi­ge Unter­sa­gung der Füh­rung der Amts­ge­schäf­te sind einer Anfech­tung durch die Beschwer­de zum Dienst­ge­richt des Bun­des ent­zo­gen, weil § 152 Abs. 1 VwGO nach § 83 Satz 1, § 66 Abs. 1 Satz 1 DRiG, § 96 Satz 3 LRiG LSA für Ver­fah­ren nach § 35 DRiG ent­spre­chend gilt 1. Nach § 152 Abs. 1 VwGO kön­nen Ent­schei­dun­gen eines Ober­ver­wal­tungs­ge­richts auch dann nicht mit der Beschwer­de zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ange­foch­ten wer­den, wenn das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt erst­mals nach § 123 VwGO ent­schie­den hat 2. Glei­ches gilt für Ent­schei­dun­gen des Dienst­ge­richts­hofs nach § 35 DRiG, § 97 LRiG LSA.

Vor­läu­fi­ge Unter­sa­gung der Amts­ge­schäf­te – und das Beschwer­de­recht des betrof­fe­nen Rich­ters

Aus § 79 DRiG folgt nichts ande­res. § 79 Abs. 1 DRiG regelt den Rechts­zug für das Haupt­sa­che­ver­fah­ren 3, nicht für Ver­fah­ren nach § 35 DRiG. § 79 Abs. 2, § 78 Nr. 3 DRiG betref­fen die Revi­si­on gegen ein dienst­ge­richt­li­ches Urteil, nicht die Beschwer­de gegen einen Beschluss des Dienst­ge­richts­hofs 4.

Die Statt­haf­tig­keit der Beschwer­de ergibt sich auch nicht aus ande­ren Vor­schrif­ten. Ins­be­son­de­re gewährt die Kon­ven­ti­on zum Schut­ze der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Antrags­geg­ners kein Recht auf einen Instan­zen­zug 5. Glei­ches gilt für Art.19 Abs. 4 GG 6. Der Vor­wurf, es sei der Anspruch auf Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs ver­letzt, ist mit der Anhö­rungs­rü­ge nach Maß­ga­be der dort gere­gel­ten Zuläs­sig­keits­vor­aus­set­zun­gen gel­tend zu machen, § 83 Satz 1, § 66 Abs. 1 Satz 1 DRiG, § 96 Satz 3 LRiG LSA, § 152a VwGO.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Dezem­ber 2013 – RiZ (B) 7/​13

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 08.06.1967 – AR (Ri) 2/​67, BGHZ 48, 76 ff.; Beschluss vom 14.07.1972 – AR (Ri) 1/​72; Beschluss vom 30.04.1979 – AR (Ri) 1/​79[]
  2. vgl. BVerwG, Buch­holz 310 § 146 VwGO Nr. 6, § 152 VwGO Nr. 15[]
  3. vgl. BR-Drs.-. 183/​57, S. 51 zu § 77 Abs. 1 E; BT-Drs.-. 3/​516 S. 60 zu § 78 Abs. 1 E[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 14.07.1972 – AR (Ri) 1/​72; Beschluss vom 30.04.1979 – AR (Ri) 1/​79[]
  5. Miehsler/​Vogler in Pabel/​Schmahl, Inter­na­tio­na­ler Kom­men­tar zur Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on, Art. 6 Rn. 272 [Stand: Sep­tem­ber 1986]; Grabenwarter/​Pabel in Dörr/​Grote/​Marauhn, EMRK/​GG Kon­kor­danz­kom­men­tar, 2. Aufl., Kap. 14 Rn. 88; Breu­er in Karpenstein/​Mayer, EMRK, 2012, Art. 13 Rn. 28[]
  6. vgl. BVerfGE 122, 248, 270 f. mwN[]