Das als unzu­läs­sig zurück­ge­wie­se­ne Rechts­mit­tel – und die Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Der Zuläs­sig­keit steht nicht der Grund­satz der Rechts­weg­er­schöp­fung (§ 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG) nicht ent­ge­gen, wenn das Fach­ge­richt die Zuläs­sig­keits­an­for­de­run­gen über­spannt hat.

Das als unzu­läs­sig zurück­ge­wie­se­ne Rechts­mit­tel – und die Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Dies ist auch dann der Fall, wenn es den Antrag des Beschwer­de­füh­rers nicht hin­rei­chend am Rechts­schutz­ziel ori­en­tiert aus­ge­legt hat, so dass die vom Fach­ge­richt ange­nom­me­ne Unzu­läs­sig­keit dem Beschwer­de­füh­rer schon des­we­gen nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den kann 1.

Des­wei­te­ren kann die Unzu­läs­sig­keit des fach­ge­richt­li­chen Rechts­be­helfs dem Beschwer­de­füh­rer nicht als Grund für die Unzu­läs­sig­keit sei­ner Ver­fas­sungs­be­schwer­de ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, wenn das Fach­ge­richt die gericht­li­chen Anträ­ge des Beschwer­de­füh­rers zwar als unzu­läs­sig ange­se­hen, hilfs­wei­se aber Aus­füh­run­gen zur Begründ­etheit gemacht hat. Denn inso­weit ist das mit dem Gebot der Rechts­weg­er­schöp­fung ver­folg­te Ziel – dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt durch die umfas­sen­de fach­ge­richt­li­che Vor­prü­fung der Beschwer­de­punk­te ein in meh­re­ren Instan­zen geprüf­tes Tat­sa­chen­ma­te­ri­al zu ver­schaf­fen und ihm die Fall- und Rechts­an­schau­ung der Gerich­te zu ver­mit­teln – in der Regel erreicht 2.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 21. Sep­tem­ber 2018 – 2 BvR 1649/​17

  1. vgl. BVerfGK 13, 181, 185; 16, 409, 409; BVerfG, Beschluss vom 25.01.2014 – 1 BvR 1126/​11 11, 18; Hen­ke, in: Burkiczak/​Dollinger/​Schorkopf, BVerfGG, 2015, § 90 Rn. 168[]
  2. vgl. BVerfGK 13, 181, 185; 13, 409, 415; 19, 157, 162; BVerfG, Beschluss vom 28.11.2013 – 2 BvR 2784/​1219; Hen­ke, in: Burkiczak/​Dollinger/​Schorkopf, BVerfGG, 2015, § 90 Rn. 168[]