Der Vor­schul­be­such als Aus­wahl­kri­te­ri­um für den Grund­schul­be­such

Der Besuch der Vor­schu­le ist als Aus­wahl­kri­te­ri­um für den gewünsch­ten Grund­schul­be­such ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen.

Der Vor­schul­be­such als Aus­wahl­kri­te­ri­um für den Grund­schul­be­such

So das Ham­bur­gi­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren mit dem ein Kind den Besuch der von ihm bevor­zug­ten Grund­schu­le begehrt hat. An der gewünsch­ten Grund­schu­le waren 21 Plät­ze an Geschwis­ter­kin­der und die ver­blei­ben­den 48 Plät­ze der neu auf­zu­neh­men­den 3 Klas­sen nach der Schul­weg­län­ge ver­ge­ben wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Ham­bur­gi­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts wer­de mit die­ser Ver­ga­be­pra­xis dem seit Okto­ber 2009 gesetz­lich fest­ge­leg­ten Aus­wahl­kri­te­ri­um des Besuchs der Vor­schu­le an der gewünsch­ten Grund­schu­le nicht ange­mes­sen Rech­nung getra­gen. Denn der Besuch der Vor­schu­le wäre als sog. Hilfs­kri­te­ri­um bei der Aus­wahl­ent­schei­dung nur in dem sel­te­nen Fall von Bedeu­tung gewe­sen, dass von meh­re­ren Kin­dern bei gleich­lan­gem Schul­weg nicht alle hät­ten auf­ge­nom­men wer­den kön­nen; dann wären von die­sen die Kin­der auf­zu­neh­men, die die Vor­schu­le der gewünsch­ten Grund­schu­le besucht hät­ten.

Die­se Ver­ga­be­pra­xis ent­spre­che nicht dem Ziel des Gesetz­ge­bers, der päd­ago­gi­schen Ver­schrän­kung von Vor­schu­le und ers­ter Klas­se der Grund­schu­le beson­de­res Gewicht bei der Aus­wahl­ent­schei­dung zukom­men zu las­sen. Die bestehen­de Ver­ga­be­pra­xis sei auch nicht im Hin­blick dar­auf ermes­sens­feh­ler­frei, dass zufäl­lig unter den auf­ge­nom­me­nen Kin­dern eine erheb­li­che Anzahl von Vor­schul­kin­dern sei. Auch wenn hier­durch die Klas­sen­ober­gren­ze von 23 Kin­dern gering­fü­gig über­schrit­ten wer­de, sei der Antrag­stel­ler zur Gewäh­rung effek­ti­ven Rechts­schut­zes in die Grund­schu­le auf­zu­neh­men; die Umschu­lung eines bereits auf­ge­nom­me­nen Schü­lers sei aus Grün­den des Ver­trau­ens­schut­zes nicht zumut­bar und eine Wie­der­ho­lung des Aus­wahl­ver­fah­rens bis zum Beginn des Schul­jah­res zeit­lich nicht mehr mög­lich.

Ham­bur­gi­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 17. Juli 2013 – 1 Bs 213/​13