Die Ein­rich­tung eines neu­en Stu­di­en­gangs ‑und das stu­den­ti­sche Mit­wir­kungs­recht

Die Ein­rich­tung eines neu­en Stu­di­en­gangs ist kei­ne Ange­le­gen­heit, die die Leh­re unmit­tel­bar berührt und ist daher nicht vom stu­den­ti­schen Mit­wir­kungs­recht umfasst.

Die Ein­rich­tung eines neu­en Stu­di­en­gangs ‑und das stu­den­ti­sche Mit­wir­kungs­recht

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Anspruch auf ein stu­den­ti­sches Grup­pen­ve­to bei der Ein­rich­tung eines neu­en Stu­di­en­gangs ver­neint. In einer Sit­zung im Juni 2013 hat­te der Senat der Uni­ver­si­tät Trier über die Ein­füh­rung eines neu­en Stu­di­en­gangs "Pfle­ge­wis­sen­schaf­ten (Kli­ni­sche Pfle­ge)" zum Win­ter­se­mes­ter 2014/​2015 bera­ten. Der Antrag auf Ein­rich­tung des neu­en Stu­di­en­gangs wur­de schließ­lich gegen die Stim­men der stu­den­ti­schen Mit­glie­der ange­nom­men. Der Prä­si­dent der Uni­ver­si­tät lehn­te einen bei ihm gestell­ten Antrag der stu­den­ti­schen Mit­glie­der auf erneu­te Bera­tung die­ses Tages­ord­nungs­punkts im Senat ab. Dar­auf­hin haben die vier stu­den­ti­schen Mit­glie­der des Senats der Uni­ver­si­tät Kla­ge erho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier sei­en die Vor­aus­set­zun­gen, die sowohl die Rege­lung im Hoch­schul­ge­setz als auch in der Grund­ord­nung der Uni­ver­si­tät an die erneu­te Bera­tung auf­grund eines Grup­pen­ve­tos stell­ten, nicht erfüllt. Es müs­se sich dafür bei der behan­del­ten The­ma­tik um eine Ange­le­gen­heit der Leh­re han­deln.

Die Ein­rich­tung eines neu­en Stu­di­en­gangs sei jedoch kei­ne Ange­le­gen­heit, die die Leh­re unmit­tel­bar berüh­re. Viel­mehr han­de­le es sich um eine hoch­schul­po­li­ti­sche Ange­le­gen­heit, die die Grund­struk­tur der Uni­ver­si­tät an sich betref­fe und nicht die in ihr geleis­te­te Tätig­keit in Form der Leh­re. Der Inter­es­sens­be­reich der Stu­die­ren­den, den zu umfas­sen Zweck der vor­ge­nann­ten gesetz­li­chen Bestim­mun­gen sei, wer­de von daher nicht unmit­tel­bar berührt. Soweit die Klä­ger durch die Ein­rich­tung des neu­en Stu­di­en­gangs und der damit ver­bun­de­nen Finan­zie­rungs­pro­ble­ma­tik Aus­wir­kun­gen auch für die bestehen­den Stu­di­en­gän­ge befürch­te­ten, han­de­le es sich – selbst wenn es zu sol­chen Aus­wir­kun­gen kom­men soll­te – um ledig­lich mit­tel­ba­re Aus­wir­kun­gen, die vom ein­ge­for­der­ten Mit­wir­kungs­recht nicht umfasst sei­en.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 20. Novem­ber 2013 – 5 K 862/​13.TR