Die Nach­bark­la­ge gegen ein Bau­vor­ha­ben im unbe­plan­ten Innen­be­reich

Ein Nach­bar, der sich auf der Grund­la­ge des § 34 Abs. 1 Bau­GB gegen ein Vor­ha­ben im unbe­plan­ten Innen­be­reich wen­det, kann mit sei­ner Kla­ge nur durch­drin­gen, wenn die ange­foch­te­ne Bau­ge­neh­mi­gung gegen das im Tat­be­stands­merk­mal des Ein­fü­gens ent­hal­te­ne Gebot der Rück­sicht­nah­me ver­stößt.

Die Nach­bark­la­ge gegen ein Bau­vor­ha­ben im unbe­plan­ten Innen­be­reich

Dies ist der Fall, wenn das geneh­mig­te Vor­ha­ben zwar in jeder Hin­sicht den aus sei­ner Umge­bung her­vor­ge­hen­den Rah­men wahrt, sich aber gleich­wohl in sei­ne Umge­bung nicht ein­fügt, weil es an der gebo­te­nen Rück­sicht auf die sons­ti­ge, also vor allem auf die in unmit­tel­ba­rer Nähe vor­han­de­ne Bebau­ung fehlt1.

Ein Ver­stoß gegen das Gebot der Rück­sicht­nah­me kann vor­lie­gen, wenn sich ein Vor­ha­ben ent­ge­gen § 34 Abs. 1 Bau­GB nach den dort genann­ten Merk­ma­len nicht in die Eigen­art der nähe­ren Umge­bung ein­fügt. Maß­ge­bend für den Ver­stoß gegen Rech­te eines Nach­barn ist inso­weit, dass sich aus den indi­vi­dua­li­sie­ren­den Tat­be­stands­merk­ma­len der Norm ein Per­so­nen­kreis ent­neh­men lässt, der sich von der All­ge­mein­heit unter­schei­det2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 19. März 2015 – 4 C 12.2014 -

  1. stRspr, vgl. BVerwG, Urteil vom 26.05.1978 – 4 C 9.77, BVerw­GE 55, 369, 385 f. []
  2. stRspr, vgl. BVerwG, Urteil vom 05.12 2013 – 4 C 5.12, BVerw­GE 148, 290 Rn. 21 m.w.N. []