Die Über­stel­lung einer syri­schen Fami­lie nach Polen

Eine bereits lau­fen­de Über­stel­lung einer aus­län­di­schen Fami­lie in ein ande­res Land kann einst­wei­len gestoppt wer­den, wenn der Fami­lie eine recht­zei­ti­ge Wahr­neh­mung ihrer Rech­te nicht mög­lich gewe­sen ist. Sind die im einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren sei­tens der Fami­lie gel­tend gemach­ten Ein­wen­dun­gen gegen die Recht­mä­ßig­keit der Über­stel­lung ange­sichts des hohen Eil­be­dürf­nis­ses nicht hin­rei­chend sicher zu prü­fen, darf eine Über­stel­lung zumin­dest bis zur münd­li­chen Ver­hand­lung nicht erfol­gen.

Die Über­stel­lung einer syri­schen Fami­lie nach Polen

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer im Wes­ter­wald leben­den syri­schen Fami­lie ent­schie­den, deren Über­stel­lung nach Polen bereits begon­nen hat­te. Ein 11jähriger Sohn der Fami­lie hat­te sich der Über­stel­lung durch Flucht ent­zo­gen. Nach ihm wur­de in der Fol­ge im Rah­men einer grö­ße­ren Akti­on gesucht. Die Mut­ter durf­te für die Zeit der Suche blei­ben; mit der Über­stel­lung des Vaters und der bei­den ande­ren Kin­der der Fami­lie wur­de begon­nen.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier war die Über­stel­lung abzu­bre­chen, da die Beschei­de den Betrof­fe­nen erst unmit­tel­bar vor Durch­füh­rung der Über­stel­lung bekannt gege­ben wor­den sei­en und auch der Über­stel­lungs­ter­min dem Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten nicht zuvor mit­ge­teilt wor­den sei, sodass der Fami­lie eine recht­zei­ti­ge Wahr­neh­mung ihrer Rech­te nicht mög­lich gewe­sen sei. Die im einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren sei­tens der Fami­lie gel­tend gemach­ten Ein­wen­dun­gen gegen die Recht­mä­ßig­keit der Über­stel­lung nach Polen könn­ten ange­sichts des hohen Eil­be­dürf­nis­ses nicht hin­rei­chend sicher geprüft wer­den, sodass zumin­dest bis zur münd­li­chen Ver­hand­lung, die für den 02. April 2013 ter­mi­niert ist, eine Über­stel­lung nicht erfol­gen dür­fe.

Nach­dem der Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts ergan­gen war, wur­de die Über­stel­lung des Vaters und der bei­den Kin­der als­dann abge­bro­chen. Der 11jährige Sohn wur­de am Abend gefun­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Beschluss vom 19. März 2013