Die Über­tra­gung von selb­stän­di­gen Fische­rei­rech­ten

Die mit dem Eigen­tum an einem bestimm­ten Grund­stück ver­bun­de­nen Fische­rei­rech­te kön­nen als sub­jek­tiv ding­li­che Rech­te nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Nds. FischG nicht von dem Grund­stück getrennt über­tra­gen wer­den. Die­se Ein­schrän­kung der Über­trag­bar­keit selb­stän­di­ger Fische­rei­rech­te ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den und ver­stößt ins­be­son­de­re nicht gegen Art. 14 GG, da sie eine blo­ße Inhalts- und Schran­ken­be­stim­mung des Eigen­tums im Sin­ne des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG dar­stellt.

Die Über­tra­gung von selb­stän­di­gen Fische­rei­rech­ten

Mit die­ser Begrün­dung hat das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Beru­fung eines Klä­gers, der sei­ne Ein­tra­gung als Berech­tig­ter von zwei in dem Was­ser­buch für die Ems ver­zeich­ne­ten Fische­rei­rech­ten erkla­gen woll­te, abge­wie­sen und damit die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts bestä­tigt. Der Klä­ger ist ein nach dem Nie­der­säch­si­schen Fische­rei­ge­setz aner­kann­ter Ver­ein von Sport­fi­schern. Mit sei­ner Kla­ge ver­folgt der Klä­ger sei­ne Ein­tra­gung als Berech­tig­ter von zwei in dem Was­ser­buch für die Ems ver­zeich­ne­ten Fische­rei­rech­ten, da er die­se – nach sei­ner Auf­fas­sung – von den bis­he­ri­gen Rech­te­inha­bern durch nota­ri­el­le Kauf­ver­trä­ge erwor­ben habe. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die auf Berich­ti­gung des Was­ser­buchs gerich­te­te Kla­ge mit Urteil vom 27. Janu­ar 2010 abge­wie­sen und zur Begrün­dung im Wesent­li­chen aus­ge­führt, dass es sich bei den streit­ge­gen­ständ­li­chen Fische­rei­rech­ten um sub­jek­tiv ding­li­che Rech­te, d. h. mit dem Eigen­tum an einem bestimm­ten Grund­stück ver­bun­de­ne Rech­te han­de­le, und die­se nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Nds. FischG nicht von dem Grund­stück getrennt über­tra­gen wer­den könn­ten. Da nach dem Inhalt der geschlos­se­nen Ver­trä­ge allein die Fische­rei­rech­te ohne das dazu­ge­hö­ri­ge Grund­stück über­tra­gen wer­den sol­len, kom­me ein gül­ti­ger Rechts­er­werb durch den Klä­ger nicht in Betracht. Gegen die­ses Urteil hat der Klä­ger Beru­fung ein­ge­legt.

Nach Auf­fas­sung des Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts han­delt es sich bei den streit­ge­gen­ständ­li­chen Fische­rei­rech­ten wie vom Ver­wal­tungs­ge­richt ange­nom­men um sub­jek­tiv ding­li­che Rech­te, die gemäß § 2 Abs. 1 Satz 2 Nds. FischG in Ver­bin­dung mit den nach die­ser Bestim­mung anwend­ba­ren Vor­schrif­ten des Bür­ger­li­chen Rechts über Grund­dienst­bar­kei­ten nur gemein­sam mit dem Grund­stück, dem sie zuge­ord­net sind, über­tra­gen wer­den kön­nen, und es daher an der für einen Rechts­er­werb durch die Klä­ger erfor­der­li­chen Grund­stücks­über­tra­gung fehlt. Die sich aus § 2 Abs. 1 Satz 2 Nds. FischG erge­ben­de Ein­schrän­kung der Über­trag­bar­keit selb­stän­di­ger Fische­rei­rech­te ist auch ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den. Die Rege­lung ver­stößt ins­be­son­de­re nicht gegen Art. 14 GG, da sie eine blo­ße Inhalts- und Schran­ken­be­stim­mung des Eigen­tums im Sin­ne des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG dar­stellt, die durch Grün­de des öffent­li­chen Inter­es­ses auch unter Berück­sich­ti­gung des Grund­sat­zes der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit gerecht­fer­tigt ist.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 17. April 2013 – 4 LC 58/​10