Dritt­wi­der­spruch – und die unrich­ti­ge Bezeich­nung des Wider­spruchs­füh­re­rin

Die Rich­tig­stel­lung der fal­schen Bezeich­nung eines Wider­spruchs­füh­re­rin, für die im Wider­spruchs­schrei­ben als Rechts­form eine GbR statt rich­ti­ger­wei­se eine GmbH & Co. KG ange­ge­ben wur­de, ist weder eine Umdeu­tung i.S.d. § 47 Abs. 1 Hmb-VwVfG noch ana­log § 140 BGB.

Dritt­wi­der­spruch – und die unrich­ti­ge Bezeich­nung des Wider­spruchs­füh­re­rin

Auch die Bezeich­nung der Wider­spruchs­füh­re­rin in einem Wider­spruchs­schrei­ben ist grund­sätz­lich aus­le­gungs­fä­hig. In die­sem Zusam­men­hang ist auf das Ver­ständ­nis aus der Sicht des Emp­fän­gers, also hier der Behör­de, abzu­stel­len [1].

Dass Wider­spruch für den jewei­li­gen Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ein­ge­legt wer­den soll­te, dürf­te im vor­lie­gen­den Fall eines Wider­spruchs gegen eine Bau­ge­neh­mi­gung, aber für die Antrags­geg­ne­rin außer Zwei­fel gestan­den haben. Abge­se­hen davon erfolg­te vor­lie­gend die Rich­tig­stel­lung der Falsch­be­zeich­nung der Wider­spruchs­füh­re­rin bereits mit dem wei­te­ren Wider­spruchs­schrei­ben und somit inner­halb der Jah­res­frist, die hier ana­log § 58 Abs. 2 i.V.m. § 70 Abs. 2 VwGO gilt, weil die ange­foch­te­ne Bau­ge­neh­mi­gung den Wider­spruchs­füh­re­rin­nen nicht bekannt gemacht wur­de. Eine ord­nungs- wie frist­ge­mä­ße Wider­spruchs­er­he­bung lag des­halb spä­tes­tens in die­sem Zeit­punkt vor.

Einer ord­nungs­ge­mä­ßen Antrag­stel­lung nach § 80 Abs. 5 VwGO steht nicht ent­ge­gen, dass im Beschluss­ru­brum nicht die Gesell­schaf­ter wider­spruchs­füh­ren­den GbR genannt wer­den. Denn Eigen­tü­mer der Grund­stü­cke sind nicht die Gesell­schaf­ter in gesamt­hän­de­ri­scher Ver­bun­den­heit, son­dern die (Außen-)Gesellschaften bür­ger­li­chen Rechts selbst, die rechts­fä­hig sind und zu deren Gesell­schafts­ver­mö­gen die Grund­stü­cke jeweils gehö­ren [2]. Die GbRs sind daher als hand­lungs­fä­hi­ge Grup­pen nach § 61 Nr. 2 VwGO betei­li­gungs­fä­hig.

Ham­bur­gi­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 27. März 2017 – 2 Bs 51/​17

  1. vgl. BVerwG, Beschluss vom 22.03.2001, Buch­holz 310 § 82 VwGO Nr.20 2[]
  2. vgl. BVerwG, Beschluss vom 15.04.2010, ZfBR 2010, 583 4[]