Glas­ver­bot im Köl­ner Kar­ne­val

Das vor zwei Jah­ren erst­mals aus­ge­spro­che­ne Glas­ver­bot im Köl­ner Stra­ßen­kar­ne­val war recht­mä­ßig.

Glas­ver­bot im Köl­ner Kar­ne­val

Im Jahr 2010 hat­te die Stadt Köln erst­mals durch All­ge­mein­ver­fü­gung ver­bo­ten, an ein­zel­nen Kar­ne­vals­ta­gen in bestimm­ten Berei­chen der Innen­stadt (Alt­stadt, Zül­pi­cher Vier­tel, Tei­le der Rin­ge) Glas­be­hält­nis­se außer­halb von geschlos­se­nen Räu­men mit­zu­füh­ren und zu benut­zen. Dort ansäs­si­gen Ein­zel­han­dels­be­trie­ben war zugleich die Abga­be von Glas­ge­trän­ke­be­hält­nis­sen ver­bo­ten wor­den.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat­te den gegen die­se Ver­bo­te gerich­te­ten Kla­gen eines Bür­gers und eines Kiosk­be­trei­bers mit der Begrün­dung statt­ge­ge­ben, die Gefah­renschwel­le wer­de durch das blo­ße Mit­füh­ren und Benut­zen sowie das Ver­kau­fen von Glas­ge­trän­ke­be­hält­nis­sen noch nicht über­schrit­ten. Die­ser Auf­fas­sung ist das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter nicht gefolgt:

Im Köl­ner Stra­ßen­kar­ne­val gelang­ten, so die Müns­te­ra­ner Rich­ter, nach den gesi­cher­ten Erkennt­nis­sen der Stadt unüber­seh­ba­re Men­gen an Glas und Scher­ben zwi­schen Zehn­tau­sen­de dicht gedrängt fei­ern­de Men­schen. Dabei han­de­le es sich um die von den Kar­ne­va­lis­ten mit­ge­führ­ten Glas­fla­schen und Glä­ser, die – häu­fig auch alko­hol­be­dingt – mas­sen­haft ord­nungs­wid­rig ent­sorgt wür­den. Die dadurch dro­hen­den Schä­den (Schnitt­wun­den, Rei­fen­pan­nen, Behin­de­rung von Ret­tungs­fahr­zeu­gen u.ä.) recht­fer­tig­ten ein ord­nungs­be­hörd­li­ches Ein­schrei­ten bereits gegen das Mit­füh­ren, Benut­zen und Ver­kau­fen von Glas.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 9. Febru­ar 2012 – 5 A 2375/​10 und 5 A 2382/​10