Kein rot-wei­ßes Flat­ter­band am Groß Glie­ni­cker See

Absperr­bän­der kön­nen das Land­schafts­bild erheb­lich beein­träch­ti­gen und deut­lich wahr­nehm­bar ver­un­stal­ten. Daher kön­nen die Grund­stücks­ei­gen­tü­mer – zumin­dest in einem Land­schafts-Schutz­ge­biet – zu ihrer Besei­ti­gung ver­pflich­tet wer­den.

Kein rot-wei­ßes Flat­ter­band am Groß Glie­ni­cker See

Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg mit zwei Beschlüs­sen ent­schie­den, dass die Mit­ei­gen­tü­mer eines See­grund­stücks am West­ufer des Groß-Glie­ni­cker Sees ver­pflich­tet sind, Absper­run­gen aus rot-wei­ßem Absperr­band über den seit vie­len Jah­ren von Fuß­gän­gern und Rad­fah­rern genutz­ten ehe­ma­li­gen Kolon­nen­we­ges (Mau­er­weg) zu ent­fer­nen.

Die Grund­stücks­ei­gen­tü­mer hat­ten den Weg Anfang 2010 auf ihrem Grund­stück besei­tigt, durch Anpflan­zun­gen ersetzt und mit rot-wei­ßem Absperr­band abge­sperrt. Die Stadt Pots­dam hat­te den Eigen­tü­mern des Grund­stücks mit für sofort voll­zieh­bar erklär­ter behörd­li­cher Anord­nung auf der Grund­la­ge der dort seit 1998 gül­ti­gen Land­schafts­schutz­ge­biets-Ver­ord­nung auf­ge­ge­ben, die Anpflan­zun­gen zu besei­ti­gen, jeg­li­che gärt­ne­ri­sche Nut­zung im ufer­na­hen Bereich zu unter­las­sen und das Absperr­band zu ent­fer­nen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Pots­dam hat­te die Eil­an­trä­ge der Grund­stück­ei­gen­tü­mer gegen die­se Anord­nung ledig­lich inso­weit abge­lehnt, als die Ent­fer­nung des Absperr­ban­des ange­ord­net wor­den war. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat nun die Beschwer­den der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer hier­ge­gen abge­wie­sen:

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Pots­dam sei zutref­fend davon aus­ge­gan­gen, ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­ge­riht, dass durch die weit­hin sicht­ba­ren Absperr­bän­der das Land­schafts­bild erheb­lich beein­träch­tigt wer­de. Denn die­se wirk­ten sowohl vom Was­ser wie auch von den frei zugäng­li­chen Tei­len des ehe­ma­li­gen Ufer­we­ges her deut­lich wahr­nehm­bar ver­un­stal­tend und führ­ten zudem zu einer „Par­zel­lie­rung“ des Land­schafts­bil­des.

Für die Annah­me der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer, der Stadt Pots­dam gehe es nur dar­um, ein Wege­recht zu erzwin­gen, d.h. unbe­fug­ten Drit­ten ein Betre­ten des Grund­stücks zu ermög­li­chen, gebe es kei­ne hin­rei­chen­den Anhalts­punk­te. Ob und ggf. wel­che ander­wei­ti­gen Sperr­maß­nah­men die Eigen­tü­mer vor­neh­men dürf­ten, sei in die­sem Zusam­men­hang nicht zu klä­ren.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Beschlüs­se vom 18. Mai 2011 – OVG 11 S 20.11 und OVG 11 S 21.11