Kei­ne Abwas­ser­ge­büh­ren nur nach Frisch­was­ser­maß­stab

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen hat einem Grund­stücks­ei­gen­tü­mer aus Eschen­burg einst­wei­li­gen Rechts­schutz gewährt und die auf­schie­ben­de Wir­kung sei­nes Wider­spruchs gegen die Fest­set­zung von Kanal­ge­büh­ren ange­ord­net. Die Ent­schei­dung hat über den ent­schie­de­nen Ein­zel­fall hin­aus all­ge­mei­ne Bedeu­tung, geht es doch um den Maß­stab, nach dem die Abwas­ser­ge­büh­ren fest­ge­setzt wer­den dür­fen.

Kei­ne Abwas­ser­ge­büh­ren nur nach Frisch­was­ser­maß­stab

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen hat in sei­nem Beschluss ernst­li­che Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit der Fest­set­zung der Kanal­ge­büh­ren in dem ange­foch­te­nen Gebüh­ren­be­scheid geäu­ßert, weil die Ent­wäs­se­rungs­sat­zung der Gemein­de Eschen­burg den soge­nann­ten „Frisch­was­ser­maß­stab“ vor­se­he, hin­ge­gen kei­ne soge­nann­te gesplit­te­te Abwas­ser­ge­bühr ein­ge­führt habe. Der Frisch­was­ser­ver­brauch allein sei aber kei­ne geeig­ne­te Grö­ße zur Bemes­sung der Gebüh­ren für die Nie­der­schlags­was­ser­ent­sor­gung. Die Men­ge des bezo­ge­nen Frisch­was­sers erlau­be kei­nen ver­läss­li­chen Rück­schluss dar­auf, wie viel Nie­der­schlags­was­ser von dem betref­fen­den Grund­stück in den Kanal gelangt sei.

Nach der Recht­spre­chung sei die Ver­wen­dung des Frisch­was­ser­maß­stabs nur aus­nahms­wei­se zuläs­sig. Einer der von der Recht­spre­chung aner­kann­ten Aus­nah­me­tat­be­stän­de für das Abse­hen von der gesplit­te­ten Abwas­ser­ge­bühr läge für das Gemein­de­ge­biet nicht vor.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen, Beschluss vom 11. März 2010 – 8 L 281/​10.GI