Kei­ne Mus­ter­lö­sung

Grund­sätz­lich muss ein Prü­fer zur Begrün­dung sei­ner Prü­fungs­ent­schei­dung nicht eine Mus­ter­lö­sung oder einen ver­bind­li­chen Punk­te-Ver­tei­lungs­schlüs­sel offen legen [1]. Denn der Maß­stab für die Bewer­tung von Prü­fungs­leis­tun­gen lässt sich grund­sätz­lich nicht starr bestim­men [2]. Maß­stab für die inhalt­li­che Beschaf­fen­heit der Begrün­dung einer Prü­fungs­be­wer­tung ist daher, dass sie die ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­ne Kon­trol­le ermög­licht, ob der Prü­fer einen rechts­er­heb­li­chen Bewer­tungs­feh­ler began­gen hat [3].

Kei­ne Mus­ter­lö­sung

Erfor­der­lich ist dem­nach, dass die Begrün­dung aus sich her­aus nach­voll­zieh­bar ist und die maß­geb­li­chen Grün­de, die den Prü­fer zu der abschlie­ßen­den Bewer­tung ver­an­lasst haben, zwar nicht in den Ein­zel­hei­ten, aber doch in den für das Ergeb­nis aus­schlag­ge­ben­den Punk­ten erken­nen lässt [4]. Nur so wird der Prüf­ling in die Lage ver­setzt, sub­stan­ti­ier­te Ein­wen­dun­gen gegen die Leis­tungs­be­wer­tung zu erhe­ben und damit „wir­kungs­vol­le Hin­wei­se“ für das Über­den­kungs­ver­fah­ren zu geben. Die sich hier­aus im Ein­zel­fall erge­ben­den Anfor­de­run­gen hän­gen von der jeweils gege­be­nen Begrün­dung ab und stel­len damit kei­ne gene­rell klä­rungs­fä­hi­ge Rechts­fra­ge dar [5].

Ver­wal­tungs­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Beschlus vom 23. April 2010 – 9 S 278/​10

  1. vgl. bereits VGH B‑W, Beschluss vom 16.09.2002 – 9 S 1704/​02; dazu auch etwa Zimmerling/​Brehm, Prü­fungs­recht, 3. Aufl. 2007, Rn. 601[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 17.04.1991 – 1 BvR 419/​81 u.a., BVerfGE 84, 34 [51 f.] selbst für die Bestehens­gren­ze[]
  3. vgl. BVerwG, Urteil vom 09.12.1992 – 6 C 3/​92, BVerw­GE 91, 262, 268[]
  4. vgl. BVerwG, Beschluss vom 07.09.1995 – 6 B 45/​95, Buch­holz 421.0 Prü­fungs­we­sen Nr. 358; Urteil vom 06.09.1995 – 6 C 18/​93, BVerw­GE 99, 185, 190[]
  5. vgl. BVerwG, Beschluss vom 03.04.1997 – 6 B 4/​97, Buch­holz 421.0 Prü­fungs­we­sen Nr. 379[]