Kei­ne Pre­mie­ren­pho­tos

Auch eine städ­ti­sche Büh­ne braucht kei­ne Pres­se­fo­tos wäh­rend einer Pre­mie­ren­auf­füh­rung zu dul­den. Dies ent­schied heu­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len für die mor­gi­ge Pre­mie­ren­auf­füh­rung der Oper "Sam­son und Deli­la" in der Köl­ner Oper und bestä­tig­te damit im Ergeb­nis einen ent­spre­chen­den Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln vom gest­ri­gen Tag.

Kei­ne Pre­mie­ren­pho­tos

Nach Ansicht der Müns­te­ra­ner über­wö­gen im Rah­men einer umfas­sen­den Inter­es­sen­ab­wä­gung die schutz­wür­di­gen Belan­ge der Oper. Es ent­spre­che lang­jäh­ri­ger Pra­xis der Oper Köln, grund­sätz­lich Foto- und/​oder Film­auf­nah­men durch Pres­se- und Medi­en­ver­tre­ter ledig­lich vom Ensem­ble und vom Publi­kum nach Been­di­gung einer jewei­li­gen Auf­füh­rung zu gestat­ten. Es käme zu unzu­mut­ba­ren Beein­träch­ti­gun­gen sowohl der Mit­wir­ken­den als auch des Pre­mie­ren­pu­bli­kums, wenn Foto­gra­fen und/​oder Kame­ra­teams zu Auf­füh­run­gen – ins­be­son­de­re zu einer Pre­miè­re – zuge­las­sen wür­den. Die Stadt als Antrags­geg­ne­rin habe ein nach­hal­ti­ges und berech­tig­tes Inter­es­se dar­an, dass die Auf­füh­run­gen der Oper Köln unge­stört ablau­fen. Dar­über hin­aus sei in den Blick zu neh­men, dass nach den Aus­füh­run­gen der Antrags­geg­ne­rin die Arbeits­ver­trä­ge mit den zahl­rei­chen Mit­wir­ken­den eine Anfer­ti­gung von Fotos der begehr­ten Art aus­schlös­sen. Schließ­lich habe die Antrags­geg­ne­rin in nicht zu bean­stan­den­der Wei­se dar­auf ver­wie­sen, dass eine Foto- bzw. Stell­pro­be vor der Pre­miè­re am 9. Mai 2009 aus orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den nicht durch­zu­füh­ren sei.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Beschluss vom 8. Mai 2009 – 5 B 604/​09