Klas­sen­fahrt ohne Unter­richts­stö­rer

Wer als Schü­ler fort­wäh­rend den Unter­richt stört, stän­dig Anwei­sun­gen von Leh­rern miss­ach­tet und aggres­siv gegen­über sei­nen Mit­schü­lern auf­tritt, kann von einer Klas­sen­fahrt aus­ge­schlos­sen wer­den. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin den Eil­an­trag eines 14-jäh­ri­gen Schü­lers zurück­ge­wie­sen, mit dem die­ser sei­ne Teil­nah­me an einer Klas­sen­fahrt nach Amrum hat­te errei­chen wol­len.

Klas­sen­fahrt ohne Unter­richts­stö­rer

Die Klas­sen­kon­fe­renz eines Char­lot­ten­bur­ger Gym­na­si­ums hat­te im Juni 2009 ent­schie­den, den Acht­kläss­ler von der am 29. Juni 2009 begin­nen­den Rei­se aus­zu­schlie­ßen. Dem lag zugrun­de, dass der Antrag­stel­ler seit 2008 immer wie­der den Unter­richt gestört und sei­ne Mit­schü­ler durch aggres­si­ves Auf­tre­ten, Belei­di­gun­gen und kör­per­li­che Annä­he­run­gen beläs­tigt hat­te. Der Schü­ler und sei­ne Eltern hat­ten die Vor­fäl­le ledig­lich als "Lap­pa­li­en" ange­se­hen. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin bejah­te dage­gen die Vor­aus­set­zun­gen der getrof­fe­nen Ord­nungs­maß­nah­me, die der Siche­rung der Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Schu­le die­ne. Durch sein Ver­hal­ten habe der Schü­ler eine „Atmo­sphä­re der Angst“ in der Klas­se ver­brei­tet, die nicht län­ger hin­ge­nom­men wer­den kön­ne. Beson­ders schwer wie­ge, dass der Schü­ler ande­re Mit­schü­ler bedroht habe, weil die­se das Fehl­ver­hal­ten gegen­über Lehr­kräf­ten offen­bart hat­ten. Es lie­ge auf der Hand, dass undis­zi­pli­nier­tes und die Auto­ri­tät von Lehr­per­so­nen miss­ach­ten­des Ver­hal­ten den Erfolg einer Klas­sen­rei­se gefähr­den kön­ne. Bei einer sol­chen schu­li­schen Ver­an­stal­tung kom­me es wegen der unge­wohn­ten Umge­bung und der Nähe, der die Schü­ler unter­ein­an­der aus­ge­setzt sei­en, in beson­de­rem Maße dar­auf an, die schu­li­sche Ord­nung zu wah­ren.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 26. Juni 2009 – VG 3 L 270.09