Kos­ten­er­stat­tung für den THW-Ein­satz beim Elbe-Hoch­was­ser

Das Tech­ni­sche Hilfs­werk hat für sei­nen Ein­satz beim Elbe­hoch­was­ser im April 2006 kei­nen Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch gegen die Land­krei­se Lüne­burg und Lüchow-Dan­nen­berg. Zwei ent­spre­chen­de Zah­lungs­kla­gen des THW blie­ben jetzt beim Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg ohne Erfolg.

Kos­ten­er­stat­tung für den THW-Ein­satz beim Elbe-Hoch­was­ser

Beim Elbe­hoch­was­ser im April 2006 hat­ten unter ande­rem der Land­kreis Lüchow-Dan­nen­berg und der Land­kreis Lüne­burg den Kata­stro­phen­fall fest­ge­stellt. Das Tech­ni­sche Hilfs­werk leis­te­te an der Elbe ins­ge­samt mit 79 Orts­ver­bän­den Unter­stüt­zung.

Anschlie­ßend for­der­te das Tech­ni­sche Hilfs­werk vom Land­kreis Lüne­burg die Erstat­tung von rund 222.000 € für die Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen, und vom Land­kreis Lüchow-Dan­nen­berg rund 680.000 €. Die bei­den Land­krei­se lehn­ten die Zah­lun­gen jedoch ab, weil das THW bei frü­he­ren Ein­sät­zen zur Bekämp­fung von Elbe­hoch­was­ser kei­ne Kos­ten gel­tend gemacht hät­te.

Das THW erließ dar­auf­hin gegen­über den bei­den Land­krei­sen Lüne­burg und Lüchow-Dan­ne­berg Leis­tungs­be­schei­de, die das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver auf die Kla­ge der Land­krei­se hin die­se Leis­tungs­be­schei­de jedoch im Sep­tem­ber 2009 auf­hob, weil ein Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch durch das THW nicht mit Bescheid, son­dern nur mit Zah­lungs­kla­ge gel­tend gemacht wer­den kön­ne.

Dar­auf­hin erhob das Tech­ni­sche Hilfs­werk im Dezem­ber 2009 Zah­lungs­kla­gen gegen den Land­kreis Lüne­burg 1 und den Land­kreis Lüchow-Dan­nen­berg 2.

Das hier­mit befass­te Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg wies die bei­den Zah­lungs­kla­gen des Tech­ni­schen Hilfs­wer­kes nun jedoch eben­falls ab:

Für den gel­tend gemach­ten Kos­ten­er­satz gibt es nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Lüne­burg kei­ne Rechts­grund­la­ge. Die Land­krei­se müss­ten für den Ein­satz des THW im April 2006 nichts zah­len. Das Gesetz über das Tech­ni­sche Hilfs­werk hat erst seit dem Juli 2009 eine Vor­schrift über die Aus­la­ge­n­er­stat­tung, die­se Vor­schrift fin­det damit aber noch kei­ne Anwen­dung für die im April 2006 ent­stan­de­nen Kos­ten.

Aus dem Zivil­schutz- und Kata­stro­phen­hil­fe­ge­setz folgt eben­falls kein Zah­lungs­an­spruch des THW. Zivil­schutz und Kata­stro­phen­hil­fe wird vom Bun­des­amt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Kata­stro­phen­hil­fe wahr­ge­nom­men, das THW ist kei­ne Ein­rich­tung im Sin­ne des Zivil­schutz- und Kata­stro­phen­hil­fe­ge­set­zes.

Auch auf all­ge­mei­ne Vor­schrif­ten über die Kos­ten­er­stat­tung bei Amts­hil­fe kann der Zah­lungs­an­spruch nicht gestützt wer­den. Zum Einen fehlt es an einem Amts­hil­fe­er­su­chen der Land­krei­se. Zum Ande­ren sind nach den Grund­sät­zen der Amts­hil­fe nur Aus­la­gen zu erstat­ten, d.h. im ein­zel­nen nach­weis­ba­re Kos­ten, die über den all­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­auf­wand hin­aus­ge­hen. Nicht zu erstat­ten sind die all­ge­mei­nen Per­so­nal- und Sach­kos­ten, die­se sind viel­mehr von der Behör­de, die die Amts­hil­fe leis­tet, selbst und allein zu tra­gen. Die vom THW ange­for­der­ten Kos­ten sind aber im ganz Wesent­li­chen Per­so­nal­kos­ten und Sach­kos­ten (Hel­fer­ab­fin­dun­gen, Ver­dienst­aus­fall, Maschi­nen­kos­ten). Soweit mög­li­cher­wei­se kon­kre­te Kos­ten und Auf­wen­dun­gen beim THW ange­fal­len sind, kön­nen die­se nicht erstat­tet wer­den, weil sie nicht im Ein­zel­nen spe­zi­fi­ziert sind und unklar geblie­ben ist, was sich hin­ter den all­ge­mei­nen Rech­nungs­pos­ten ver­birgt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg, Urtei­le vom 9. Juni 2011 – 6 A 273/​09, 6 A 274/​09

  1. 6 A 274/​09[]
  2. 273/​09[]