Mün­chen und die Bet­ten­steu­er

Die von der Lan­des­haupt­stadt Mün­chen beschlos­se­ne Über­nach­tungs­steu­er­sat­zung ist rechts­wid­rig, die Regie­rung von Ober­bay­ern hat daher zu Recht die Geneh­mi­gung der Steu­er­sat­zung ver­sagt.

Mün­chen und die Bet­ten­steu­er

So das Urteil des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Stadt Mün­chen, die im Juni 2010 eine Sat­zung beschlos­sen hat, die eine Abga­be in Höhe von 2,50 EUR je ent­gelt­li­cher Über­nach­tung in einem Beher­ber­gungs­be­trieb vor­sah. Die Sat­zung trat jedoch nicht in Kraft, weil die Regie­rung von Ober­bay­ern sie für nicht recht­mä­ßig hielt und daher nicht geneh­mig­te. Dage­gen ist vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Mün­chen Kla­ge erho­ben wor­den. Dort bestä­tig­te man, dass die Ver­sa­gung der Geneh­mi­gung recht­mä­ßig war. Hier­ge­gen ist nun Beru­fung ein­ge­legt wor­den.

Der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat die vor­an­ge­gan­ge­ne Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts bestä­tigt. Im Ver­fah­ren ist die Fra­ge von beson­de­rer Bedeu­tung gewe­sen, ob die Rege­lung mit baye­ri­schem Lan­des­recht zu ver­ein­ba­ren ist. Das baye­ri­sche Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­setz sieht vor, dass die Geneh­mi­gung einer Sat­zung ver­sagt wer­den kann, wenn die Sat­zung öffent­li­che Belan­ge, ins­be­son­de­re volks­wirt­schaft­li­che oder steu­er­li­che Inter­es­sen des Staa­tes beein­träch­tigt. Der beklag­te Frei­staat Bay­ern hat­te die Ver­sa­gung der Geneh­mi­gung dar­auf gestützt, dass der Bun­des­ge­setz­ge­ber erst im Jahr 2010 den Umsatz­steu­er­satz für Hotel­über­nach­tun­gen von 19 % auf 7 % redu­ziert habe. Damit lau­fe die kom­mu­na­le Über­nach­tungs­steu­er die­ser bun­des­recht­li­chen Steu­er­erleich­te­rung für Hotel­be­trie­be zuwi­der.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urteil vom 22. März 2012 – 4 BV 11.1909