Pri­va­te Pfle­ge­stel­len für Tie­re

Ein Ver­ein bedarf kei­ner Erlaub­nis nach dem Tier­schutz­ge­setz, wenn er Tie­re auf­nimmt und bis zur Ver­mitt­lung an neue Hal­ter von Tier­freun­den – auf Kos­ten und nach Vor­ga­ben des Ver­eins – vor­über­ge­hend in deren Woh­nun­gen betreu­en lässt. Dies hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig heu­te ent­schie­den.

Pri­va­te Pfle­ge­stel­len für Tie­re

Einem Tier­schutz­ver­ein wur­de die­se Tätig­keit von der zustän­di­gen Behör­de mit der Begrün­dung unter­sagt, er betrei­be eine einem Tier­heim ähn­li­che Ein­rich­tung ohne die dafür nach dem Tier­schutz­ge­setz erfor­der­li­che Erlaub­nis. Sei­ne Kla­ge war vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt und dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt erfolg­los. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt dage­gen hat dem Ver­ein Recht gege­ben und den Unter­sa­gungs­be­scheid der Behör­de auf­ge­ho­ben.

Eine Ein­rich­tung ist nur dann einem Tier­heim ähn­lich – und des­halb erlaub­nis­be­dürf­tig -, wenn die Grün­de, die für die Erlaub­nis­pflicht eines Tier­heims spre­chen, bei der "ähn­li­chen Ein­rich­tung" in glei­cher Wei­se bestehen. Auf die von dem Klä­ger orga­ni­sier­te vor­über­ge­hen­de Unter­brin­gung der Tie­re in ver­schie­de­nen Pfle­ge­stel­len trifft das nicht zu. In einem Tier­heim wer­den vie­le Tie­re an einem Ort zur glei­chen Zeit gehal­ten. Dar­aus erge­ben sich einer­seits beson­de­re Anfor­de­run­gen an eine dem Tier­schutz­recht ent­spre­chen­de art­ge­rech­te Unter­brin­gung der Tie­re und an die Fach­kennt­nis­se des Lei­ters. Ande­rer­seits recht­fer­ti­gen die­se Beson­der­hei­ten auch das Erfor­der­nis einer vor­he­ri­gen behörd­li­chen Prü­fung und Erlaub­nis.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 23. Okto­ber 2008 – 7 C 9.08