Solar­kol­lek­to­ren auf denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­den

Die Errich­tung von Solar­kol­lek­to­ren auf dem Dach eines denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­des ist zuläs­sig. Dies hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt für ein sol­ches denk­mal­ge­schütz­tes Haus in Spey­er ent­schie­den.

Solar­kol­lek­to­ren auf denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­den

Der Klä­ger des hier vom Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt ent­schie­de­nen Falls ist Eigen­tü­mer einer in den Jah­ren 1910/​1911 errich­te­ten Dop­pel­haus­hälf­te, die in einer förm­lich unter Schutz gestell­ten Denk­mal­zo­ne liegt. Die­se Denk­mal­zo­ne umfasst meh­re­re über­wie­gend in Dop­pel­haus­bau­wei­se errich­te­te „Beam­ten­häu­ser“, die der Archi­tekt Karl Barth 1910/​1911 ent­wor­fen hat und die nach der Denk­mal­lis­te des Lan­des Rhein­land-Pfalz bemer­kens­wer­te Ver­tre­ter des Hei­mat­stils dar­stel­len.

Im Juli 2009 bau­te der Klä­ger auf der süd­west­li­chen Dach­flä­che sei­nes Anwe­sens Solar­kol­lek­to­ren mit einer Flä­che von 8,64 qm ein. Hier­für bean­trag­te er nach­träg­lich eine Bau­ge­neh­mi­gung. Die Stadt Spey­er lehn­te die­se ab, weil das opti­sche Erschei­nungs­bild der Denk­mal­zo­ne erheb­lich beein­träch­tigt wer­de.

Dem folg­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt nicht. Auf Kla­ge des Grund­stücks­ei­gen­tü­mers ver­pflich­te­te es die Stadt, die bau- und denk­mal­schutz­recht­li­che Geneh­mi­gung zu ertei­len. Auf­grund der durch­ge­führ­ten Orts­be­sich­ti­gung habe das Gericht die Über­zeu­gung gewon­nen, dass die opti­sche Ein­wir­kung der Kol­lek­to­ren auf das Erschei­nungs­bild des geschütz­ten Stra­ßen­zugs eher gering sei. Die ver­gleichs­wei­se klein dimen­sio­nier­te Anla­ge ver­ur­sa­che kei­ne Licht­re­fle­xio­nen, son­dern sei sogar leicht trans­pa­rent. Dadurch sei­en nach wie vor alle die Denk­mal­wür­dig­keit des Gebäu­des bestim­men­den Stil­ele­men­te nicht nur gut erkenn­bar, son­dern domi­nier­ten auch wei­ter­hin das Erschei­nungs­bild des Denk­mals. Ange­sichts die­ser gering­fü­gi­gen opti­schen Beein­träch­ti­gung müss­ten die Belan­ge des Denk­mal­schut­zes hin­ter die wirt­schaft­li­chen und öko­lo­gi­schen Inter­es­sen des Eigen­tü­mers bzw. der All­ge­mein­heit an der Nut­zung der rege­ne­ra­ti­ven Son­nen­en­er­gie zurück­tre­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Urteil vom 24. März 2011 – 4 K 1119/​10.NW