Stu­di­en­ge­büh­ren – die Grund­ge­bühr der Fern­uni­ver­si­tät Hagen

Die Grund­ge­bühr der Fern­uni­ver­si­tät Hagen in Höhe von 50 Euro ist rechts­wid­rig. Für die seit dem Som­mer­se­mes­ter 2014 von der Fern­uni­ver­si­tät Hagen von allen Stu­die­ren­den erho­be­ne Grund­ge­bühr von 50 EUR je Semes­ter gibt es gegen­wär­tig kei­ne hin­rei­chen­de gesetz­li­che Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge.

Stu­di­en­ge­büh­ren – die Grund­ge­bühr der Fern­uni­ver­si­tät Hagen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg jetzt einen ent­spre­chen­den Gebüh­ren­be­scheid der Fern­uni­ver­si­tät in Höhe die­ses Teil­be­tra­ges auf­ge­ho­ben:

Die Erhe­bung einer sol­chen Gebühr set­ze grund­sätz­lich eine beson­de­re gesetz­li­che Ermäch­ti­gung vor­aus. Eine aus­drück­li­che Ermäch­ti­gung zur Erhe­bung einer Grund­ge­bühr fin­de sich aber weder im Hoch­schul­ab­ga­ben­ge­setz des Lan­des noch in der auf ihm beru­hen­den Hoch­schul­ab­ga­ben­ver­ord­nung. Die Ermäch­ti­gung las­se sich aus die­sen Bestim­mun­gen auch nicht her­lei­ten. Erheb­li­che Beden­ken gegen die Recht­mä­ßig­keit der Grund­ge­bühr bestün­den auch im Hin­blick dar­auf, dass in der genann­ten Ver­ord­nung die maß­geb­li­che Bestim­mung des Hoch­schul­ab­ga­ben­ge­set­zes über die Gebüh­ren­er­he­bung für Fern- und Ver­bund­stu­di­en nicht aus­rei­chend zitiert wer­de.

Die Erhe­bung wei­te­rer Stu­di­en­ge­büh­ren, wel­che die Fern­uni­ver­si­tät bei der Inan­spruch­nah­me ein­zel­ner Leis­tun­gen durch die Stu­die­ren­den, etwa bei der Bele­gung von Kur­sen, erhebt, war nicht Gegen­stand des Ver­fah­rens.

Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg, Urteil vom 28. April 2015 – 11 K 969/​14